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Legales Lesen

Die Kanadier gelten gemeinhin als freundliches und gesetzestreues Volk. Diesem Ruf wurden sie jetzt wieder einmal gerecht. Harry Potter macht´s möglich. Einige Kanadier, die das Glück hatten, bereits in der vergangenen Woche das neue Buch von J.K.

Die Kanadier gelten gemeinhin als freundliches und gesetzestreues Volk. Diesem Ruf wurden sie jetzt wieder einmal gerecht. Harry Potter macht´s möglich. Einige Kanadier, die das Glück hatten, bereits in der vergangenen Woche das neue Buch von J.K. (Joanne Kathleen) Rowling kaufen zu können, gaben das Werk ungelesen zur Verwahrung an den Vertrieb zurück. Bei aller Begeisterung für den Zauberlehrling, wollten sie es doch nicht riskieren, als "kriminelle Leser" gebrandmarkt zu werden.

Und das kam so:

In diesen Stunden, genau gesagt um Mitternacht von Freitag auf Samstag, beginnt der von Harry Potter-Fans in aller Welt so heiss ersehnte Verkauf des sechsten Rowling-Romans mit dem Titel "Harry Potter and the Half-Blood Prince". Aber bereits vor einer Woche hatte ein Mitarbeiter eines Supermarkts in der Nähe von Vancouver Exemplare des neuesten Werks der britischen Schriftstellerin in die Regale gestellt. Als der Real Canadian Superstore in Coquitlam den Irrtum feststellte, war es zu spät. 14 Exemplare des Buchs waren verkauft und die gutgläubigen Käufer mit der Kostbarkeit verschwunden. Damit nicht genug: ein Geschäft in Calgary achtete ebenfalls nicht auf die Sperrfrist. Dort wurden Anfang der Woche sechs Exemplare des derzeit wertvollsten Buches verkauft.

Für "Harry Potter and the Half-Blood Prince" aber besteht bis zum Samstag ein weltweiter Publikationsbann, denn J.K. Rowling möchte, dass weltweit alle Fans gleichzeitig die Chance haben, die neuesten Abenteuer des Zauberlehrlings kennen zu lernen und zu erfahren, wer von den Hauptpersonen das Ende nicht mehr erlebt. Der kanadische Vertrieb "Raincoast Books" ging vor Gericht, um ein vorzeitiges Lüften des Geheimnisses zu verhindern. Und das Oberste Gericht British Columbias verfügte tatsächlich, dass die Käufer die Bücher zurückgeben müssen. Sie wurden ferner unter Androhung von Strafen dazu verdonnert, über den Inhalt des Werks zu schweigen und ihn auf keine Weise weiter zu geben. Das Verbot gelte für jeden, der ein Exemplar "direkt oder indirekt" erhalten habe. Elektronische Kopien müssten vernichtet werden.

"Raincoast Books", der kanadische Vertrieb, appellierte an die 14 Käufer, die Bücher zurückzubringen, damit sie bis Samstag "aufbewahrt" werden. Als Anreiz wurde eine Belohnung versprochen: Das Buch soll von J.K. Rowling mit einem Autogramm versehen werden. Zudem sollen die Käufer ein T-Shirt erhalten, das es nur in einer begrenzten Auflagen geben soll.

Tatsächlich brachten "eine Reihe von Leuten" das Buch zurück. Von einem Versoß gegen die Gerichtsverfügung wurde bis unmittelbar vor Ende des Publikationsbanns nichts bekannt. Sein Haus schätze die Mitarbeit der Kunden und ihre Motive sehr, ließ Jamie Broadhurst, Marketing-Direktor von "Raincoast Books" vernehmen. Der irrtümliche Verkauf des Buchs habe weltweit Wellen geschlagen. "Das zeigt, dass Harry Potter eine weltweite Geschichte im besten Sinne ist."

Und nicht nur die Potter-Freunde in Kanada freuen sich, dass sie ab Mitternacht ganz legal schmökern dürfen.

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