Legrand wird verkauft
Schneider gibt Elektro-Ehe auf

Der französische Elektro-Konzern Schneider Electric hat den vor einem Jahr übernommenen Konkurrenten Legrand mit Verlust an ein Konsortium von Finanzinvestoren verkauft und damit dem langwierigen Streit um die umstrittene Fusion ein Ende gesetzt.

Reuters PARIS. Legrand, ein Hersteller von Kabeln, Steckern und anderem Elektronik-Zubehör sei für 3,6 Mrd. Euro an die Investoren Wendel Investissement und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) verkauft worden, teilte Schneider am Dienstag in Paris mit. Vor Jahresfrist hatte Schneider für Legrand noch 6,4 Mrd. Euro gezahlt. Mit dem Zusammenschluss sollte der weltgrößte Anbieter von Elektrozubehör entstehen. Seither hatte sich Schneider aber in Streitigkeiten mit der Europäischen Kommission und zuletzt mit Legrand selbst verwickelt.

Schneider-Finanzchef Antoine Giscard d'Estaing räumte einen Verlust von 1,8 Mrd. Euro aus der fehlgeschlagenen Fusion ein. Schneider habe dafür aber bereits Rückstellungen gebildet. Analysten begrüßten das Ende des Hickhacks: "Wir sind froh, das hinter uns zu haben", sagte Will Mackie von der Commerzbank in London. "Das war die reinste Achterbahnfahrt." Schneider legten an der Börse um 2,2 % auf 49,59 Euro zu. Legrand verloren 3,5 % auf 133,60 Euro.

Schneider begründete die Entscheidung für den Verkauf mit den zu erwartenden Hindernissen bei neuerlichen Verhandlungen mit der EU-Kommission. Die Forderung der Wettbewerbshüter nach weiteren Unternehmensverkäufen in Frankreich stehe in keinem Verhältnis zum Ziel, dort den Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Die Entscheidung aus Brüssel war für diesen Donnerstag erwartet worden.

Die EU-Kommission hatte die bereits vollzogene Übernahme aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagt und Schneider Electric aufgefordert, das Unternehmen komplett wieder zu verkaufen. Auch der Münchener Elektronikkonzern Siemens galt zeitweise als Kaufinteressent. Ein Gericht hatte zwar die Entscheidung der Kommission im Oktober aufgehoben. Nun stellte sich aber Legrand gegen die Fusion, in der Befürchtung, Schneider könnte das Unternehmen zerschlagen. Zwei französische Gerichte bestätigten im November ein bei der Fusion zugebilligtes Mitspracherecht von Legrand bei der Veräußerung von Unternehmensteilen.

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