Lehrauftrag Medienmanagement in Berlin
Was lehren Sie eigentlich, Christiane zu Salm?

Christiane zu Salm, Vorstandsvorsitzende der Euvia Media AG und Chefin ihres eigenen Medienunternehmens Media Branding, lehrt an der Berliner Universität der Künste Medienmanagement.
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"Ich bin heute gut drauf - ja oder nein." Wenn Medienmanagerin Christiane zu Salm Luhmans Theorie der binär codierten Sprache erklärt, dann hört sich das durchaus anders an als in medienwissenschaftlichen Seminaren oder bei ihrem "Leib- und Magenphilosophen" Habermas. Auch das philosophische Problem der Identität bekommt eine neue Formulierung: "Solange ihr mir glaubt, dass ich Christiane bin und niemand anders..."

"Um ein Medium managen zu können, muss man seine Geschichte kennen. Und muss sich für beides interessieren: Theorie und Praxis", sagt die attraktive Blondine, die als erfolgreiche Deutschland-Managerin des Musiksenders M-TV bekannt wurde, und seit März 2001 Vorstandsvorsitzende der Euvia Media AG ist, die den TV-Sender Neun Live betreibt. Ihren Studenten an der renommierten Universität der Künste in Berlin will sie "Medienmanagement über Unterschiede" vermitteln, nicht nur aus dem Nähkästchen plaudern, sondern Medientheorie beibringen.



Lesen Sie hierzu >> das volle Interview mit Christiane zu Salm auf Junge Karriere.com.



Äußerlich ist die 35-Jährige, die in diesem Jahr vom World Economic Forum auch zum Global Leader for Tomorrow (siehe www.jungekarriere.com/glt) gekürt wurde, von ihren Studenten, die sie duzt, kaum zu unterscheiden. Locker, unverkrampft und völlig unprätentiös, mit verwaschenen Jeans, schwarzen Nikes und bauchfreiem Top steht sie vor ihren Studenten, redet über "duale Codes", "strikte und lose Koppelung", über Luhmann und Habermas, über den sie selbst ihre Diplomarbeit geschrieben hat. Legt den Kopf zur Seite, stemmt die Hand in die Hüfte und lächelt ihr strahlendstes Lächeln, wenn sie Studenten kommentiert: "Das stimmt."

Ob Habermas in Neun Live, den Sender, dem die bösen Zungen vom Spiegel nachsagen, er sei ein "fröhlich-dilettantischer Praktikantenkanal, der die Zuschauer mit allen programmlichen Mitteln dazu bringen will, seine teuren 0190-Nummern anzuwählen" wirklich eine Anwendung seiner Theorie des kommunikativen Handels sehen würde, muss dahingestellt bleiben. Christiane zu Salm jedenfalls macht ihr unbezahlter Lehrauftrag, für den sie immerhin mehr als einen Arbeitstag pro Monat investiert, sichtlich Spaß. "Wenn Sie die ganze Zeit in Ebita und anderen Zahlen stecken, ist das ein guter Ausgleich." Und es klingt ehrlich, wenn sie sagt: "Die Studenten geben mir genauso viel wie ich den Studenten."

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