Leibwächter gab tödliche Schüsse an
Leichnam Kabilas in Kinshasa eingetroffen

In der Demokratischen Republik Kongo haben am Sonntag Tausende Menschen in den Straßen der Hauptstadt Kinshasa den Tod von Präsident Laurent Kabila betrauert. Die Leiche des Ermordeten wurde aus seiner Heimatstadt Lumbumbashi nach Kinshasa überführt und soll am Dienstag bestattet werden. Nach dem Begräbnis wird Kabilas Sohn, Generalmajor Joseph Kabila, als neuer Präsident vereidigt werden. Führende Vertreter der mit Kabila verbündeten Staaten Angola, Namibia und Simbabwe sagten zu, auch die neue kongolesische Führung zu unterstützen.

Reuters KINSHASA. Kabilas Leiche wurde am Sonntag vom Flughafen Ndjili zum Volkspalast gebracht, wo sie bis zu seinem Begräbnis aufgebahrt bleiben soll. Am Flughafen schluchzten Frauen, eine von ihnen musste von Polizisten zurückgehalten werden, als Kabilas Sarg am Flughafen von Kinshasa ausgeladen wurde. Generale des kongolesischen Militärs salutierten und rollten den Sarg auf einem roten Teppich entlang. Tausende Kongolesen säumten die etwa 40 Kilometer lange Strecke zum Palast, viele von ihnen in T-Shirts mit dem aufgedruckten Porträt des Toten. Taxifahrer berichteten, sie hätten Freibenzin bekommen, um die Leute zu fahren. Autofahrer hatten zum Zeichen ihrer Trauer Zweige an ihren Fahrzeugen befestigt.

Kabilas Sarg war am Samstag zunächst aus Simbabwe nach Lumumbashi geflogen worden. Kabila war nach dem Attentat zur medizinischen Versorgung nach Simbabwe gebracht worden, dort aber nach offiziellen kongolesischen Angaben am Donnerstag seinen schweren Verletzungen erlegen. Justizminister Mwenze Kongolo teilte am Samstag in Kinshasa mit, der 31-jährige Joseph Kabila werde, wie gesetzlich vorgeschrieben, seinen Amtseid leisten. Mwenze wies Kritik zurück, wenn Joseph Kabila seinem Vater als Präsident nachfolge, werde damit im Kongo faktisch eine Monarchie geschaffen. Mwenze sagte, das kongolesische Kabinett habe verantwortungsbewusste Schritte für die Sicherheit und zum Schutze des Volkes tun müssen. Bereits am Mittwoch hatte die kongolesische Regierung Joseph Kabila die Regierungsgewalt übertragen. Als eine der ersten Amtshandlungen hatte dieser die Auszahlung von Beamtengehältern und Soldatensold angeordnet. Nach dem Attentat auf Kabila hatte es Befürchtungen gegeben, die Lage in dem zentralafrikanischen Land werde eskalieren.

Mwenze berichtete erstmals über Einzelheiten des Mordanschlags auf Kabila am Dienstag. Demzufolge hatte sich ein Leibwächter Kabila unter dem Vorwand genähert, mit dem Präsidenten reden zu wollen, und dann dreimal auf Kabila geschossen. Eine der Kugeln habe Kabila direkt hinter dem Ohr getroffen und sei bis in den Rippenkasten eingedrungen. Dies sei vermutlich der tödliche Schuss gewesen, sagte Mwenze. Der schwer verletzte Präsident sei zunächst in ein Krankenhaus in Kinshasa gebracht und danach zur Behandlung nach Harare in Simbabwe geflogen worden. Am 18. Januar dann sei sein Tod mitgeteilt worden. Der Attentäter sei nach den Schüssen auf Kabila von anderen Leibwächtern getötet worden.

Rebellen kontrollieren weite Teile des Landes

In der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire, herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Truppen aus den Nachbarländern Ruanda und Uganda haben dabei kongolesische Rebellen im Kampf gegen Kabila unterstützt. Die Rebellen kontrollieren weite Teile im Norden und Osten des Landes. Simbabwe, Angola und Namibia unterstützen indes die Regierung in Kinshasa. Angola und Namibia haben bereits angekündigt, Tausende ihrer Soldaten blieben auch in Zukunft im Kongo stationiert.

Der Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, sagte am Sonntag nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Angola und Namibia, die drei Länder würden den Kongo weiter militärisch unterstützen. Die neue kongolesische Führung habe zum Ausdruck gebracht, dass sie eine Fortsetzung der Unterstützung wolle. Mugabe war in der angolanischen Hauptstadt Luanda zu eintägigen Gesprächen mit dem namibischen Präsidenten Sam Nujoma und Angolas Präsident Jose Eduardo Dos Santos zusammengekommen.

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