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Leichen deutscher Soldaten in Heimat überführt

Die Särge wurden in einem Airbus der Luftwaffe nach Köln gebracht. In Kabul hatten die Bundeswehrsoldaten in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von ihren getöteten Kameraden genommen.

rtr KÖLN. Die Leichen der bei einer Kampfmittelbeseitigung in Kabul getöteten zwei deutschen und drei dänischen Soldaten sind am Wochenende in ihre Heimat übergeführt worden. Am Samstag hatten über 1 000 Soldaten der internationalen Schutztruppe in Kabul in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von ihren toten Kameraden genommen.

Die Särge mit den toten Soldaten wurden mit einem Airbus der Luftwaffe nach Köln gebracht. Nachdem die mit der deutschen und der dänischen Flagge bedeckten Särge auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn entladen worden waren, wurden sie durch ein Ehrenspalier der Bundewehr zu einem Podest gebracht. Dort hatten Geistliche, Angehörige sowie der Inspekteur der Heeres, General Gert Gudera, sowie sein dänischer Amtskollege Aufstellung genommen. Ein Militärgeistlicher sprach ein kurzes Gebet. Nach dieser kurzen militärischen Zeremonie wurden die toten deutschen Soldaten in ihre Heimatorte übergeführt. In Munster, dem Heimat-Standort der getötete Bundeswehrsoldaten, soll in dieser Woche ein Gedenkgottesdienst abgehalten werden. Die Särge mit den getöteten dänischen Soldaten wurden mit einer Hercules der dänischen Luftwaffe nach Kopenhagen geflogen.

Auf dem deutschen Stützpunkt bei Kabul hatten am Morgen die Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF in einer Trauerfeier Abschied von ihren toten Kameraden genommen. Brigade-General Carl Hubertus von Butler sagte, die toten Kameraden seien Teil einer Mission gewesen, die dazu beitrage, dass Afghanistan wieder eine Zukunft in Frieden gewinnen könne. "Sie haben für diese Mission ihr Leben gegeben."

Die fünf Soldaten waren am Mittwoch bei dem Versuch getötet worden, zwei noch aus der früheren Sowjetunion stammende Boden-Luftraketen vom Typ SA-3 zu sprengen. Weitere acht Soldaten waren dabei zum Teil schwer verwundet worden.

Butler sagte, die Entschärfung und Beseitigung von Sprengkörpern und Waffen sei von größter Bedeutung, um Menschen vor Verletzungen oder Tod zu schützen. Afghanistan gilt nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg als das am meisten mit Minen bestückte Land. Butler sagte, der Einsatz und die damit verbundenen Aufgaben würden auch im Namen der Toten fortgesetzt. Der ISAF-Kommandeur, der britische Generalmajor John McColl, sprach von einem tragischen Vorfall, der alle in der Truppe bewegt habe. "Diejenigen, die das gefährliche Geschäft der Kampfmittelbeseitigung zuständig sind, sind in der Tat die Tapfersten der Tapferen." An der rund 5000 Mann starken ISAF-Truppe, die derzeit im Raum Kabul für Sicherheit sorgt, stellt Deutschland 850 und Dänemark zehn Soldaten.

An der Trauerfeier nahmen deutsche, dänische und österreichische Soldaten der Schutztruppe teil. Sie leben alle auf dem Stützpunkt zusammen. Während der Trauerfeier brachen zwei deutsche Soldaten zusammen. Sie wurden von Sanitätern weggetragen. In vielen Gesichtern mischten sich Tränen der Erschütterung mit dem Regen.

Die Särge wurden dann auf offenen Lastwagen zum Flughafen von Kabul gefahren. Dort war eine Ehrenformation der ISAF angetreten.

Die ISAF berichtete am Samstag von einem weiteren Zwischenfall bei einer Kampfmittelräumung. Am Vortag sei ein französischer Soldat verletzt worden, als er eine Mörsergranate habe entschärfen wollen. Der Soldat sei aber außer Lebensgefahr. Er habe Verletzungen an den Händen und Oberschenkeln erlitten.

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