Leichtathletik
Harting-Coach Goldmann darf nach Peking

Robert Harting im Glück: Der WM-Zweite im Diskuswerfen muss bei den Olympischen Sommerspielen in Peking nicht auf seinen mit Dopingvorwürfen aus DDR-Zeiten konfrontierten Trainer Werner Goldmann verzichten.

Die Präsidialkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) beschloss, die Nominierung Goldmanns trotz der vom ehemaligen Kugelstoßer Gerd Jacobs in der ZDF-Dokumentation "Mission Gold: Wie sauber sind die Spiele?" erhobenen Anschuldigungen aufrechtzuerhalten. Darüber informierte der Verband am Sonntagabend per Pressemitteilung.

Am Montag bricht der Coach zusammen mit Medaillenhoffnung Harting ins Trainingslager nach Shibetsu/Japan auf. Er betreut bei Olympia weitere drei Sportler im Wurfbereich.

Allerdings gilt Goldmanns Nominierung unter Vorbehalt, weil die für die Doping-Aufarbeitung beim Dosb zuständige sogenannte Steiner-Kommission in der Kürze der Zeit zwar Goldmann anhören konnte, nicht jedoch Jacobs. Dieser behauptete, der Coach habe ihm Anfang der 80er Jahre das Anabolikum Oral-Turinabol verabreicht. Jacobs ist vom Bundesverwaltungsamt als Dopingopfer anerkannt. Vor der Kommission bestritt Goldmann alle Vorwürfe, weshalb sie empfahl, Goldmann nicht von Olympia auszuschließen.

"Ich habe niemanden geschädigt"

Sollte das Steiner-Gremium nach Olympia beim Fortgang des Verfahrens zum Schluss kommen, dass Goldmann nicht hätte dabei sein können, muss der Trainer seine Entsendungskosten selbst tragen. So steht es in der Ehrenerklärung des Dosb, die Goldmann wie alle Betreuer unterschrieb. Darin versicherte er auch, in der Vergangenheit nicht mit Doping in Berührung gekommen zu sein.

"Ich will zu dem Thema absolut gar nichts mehr sagen", erklärte der Trainer am Sonntag dem Sport-Informations-Dienst (sid). In der ZDF-Sendung hatte er noch gesagt: "Wir haben unsere, wenn man so will, Strafe oder - sagen wir mal so - unser Verfahren gehabt." Zugleich betonte der Coach, er habe niemanden geschädigt.

Bereits Ende der 90er Jahre hatten zwei ehemalige Athletinnen Goldmann vorgeworfen, ihnen als Minderjährige Dopingmittel gegeben zu haben. Ein Strafverfahren gegen ihn wurde damals gegen Auflage von 2 000 Euro eingestellt.

© SID

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