Leichtathletik
Nächster Schritt zur sportlichen Emanzipation

Die Frauen nehmen in der Leichtathletik die letzte Hürde zur sportlichen Emanzipation. Mit der Olympia-Premiere über 3000m Hindernis ab Freitag in Peking fällt die letzte Männerbastion.

80 Jahre nachdem die Frauen erstmals bei den Sommerspielen 1928 in Antwerpen in fünf Leichtathletik-Disziplinen starten durften, sind sie nun gleichberechtigt, auch wenn es im Gehen für sie (nur 20, nicht 50 km) weiter eine Strecke weniger gibt.

Wie die Männer haben auch die Frauen pro Runde vier "normale" Hindernisse sowie einen Wassergraben zu bewältigen. Im Gegensatz zu den Läufen der Männer (91,4) sind die Balken mit 76,4 Zentimetern 15 Zentimeter niedriger.

Deutschland durch Möldner vertreten

Deutschland ist bei der Premiere durch die nationale Rekordlerin Antje Möldner vertreten, die Ende Mai gleich im ersten Rennen ihrer Karriere auf dieser Strecke den nationalen Rekord auf 9:34,21 Minuten steigerte. Damit ist die Potsdamerin 27. der Jahres-Weltbestenliste und dürfte es schwer haben, ins Finale am Sonntag (21.30 Uhr Ortszeit/15.30 Mesz) vorzustoßen. "Ich will in den Bereich des deutschen Rekords kommen", sagt die 24 Jahre alte ehemalige 1 500-m-Läuferin.

Den Weltrekord hält seit 2004 die Russin Gulnara Samitova-Galkina (9:01,59 Minuten). Sie ist neben Weltmeisterin Jekaterina Wolkowa (Russland) auch die große Favoritin auf den Olympiasieg. Erste offizielle Weltrekordlerin war 1999 Jelena Motalowa (Russland) in 9:48,88 Minuten. Das erste WM-Gold gewann 2005 in Helsinki Dorcus Inzikuru aus Uganda, die wegen Formschwäche in Peking jedoch fehlt.

Vier neue Disziplinen in den letzten zwölf Jahren

In den vergangenen zwölf Jahren sind vier neue Disziplinen für Frauen in das nun 47 Entscheidungen umfassende olympische Leichtathletik-Programm integriert worden: Dreisprung (1996), der Stabhochsprung und der Hammerwurf (je 2000) sowie nun der Hindernislauf.

Beschlossen hatte der Weltverband Iaaf die Einführung der Strecke für Frauen bereits 1998, das IOC stimmte vor zwei Jahren zu. In Deutschland wurde die Disziplin bei den deutschen Meisterschaften der A- und B-Jugend 2001 in Braunschweig in den Veranstaltungskalender aufgenommen.

© SID

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