Leichtathletik Olympia
Bolt gewinnt erste Runde im 100-Meter-Poker

Beim Pokerspiel vor dem großen Finale über 100 Meter hat von den drei Gold-Favoriten Weltrekordler Usain Bolt den besten Eindruck hinterlassen. Der Jamaikaner lief 9,92 Sekunden.

Vor dem großen Finale haben sich die drei Gold-Favoriten im 100-Meter-Pokerspiel nur ansatzweise in die Karten schauen lassen. Weltrekordler Usain Bolt aus Jamaika hinterließ beim Warmlaufen am ersten Tag der olympischen Leichtathletik-Wettbewerbe mit 9,92 Sekunden allerdings den besten Eindruck. Für Halbfinale und Finale am Samstag (15.05 sowie 16.30 Uhr Mesz) scheint er gegenüber Landsmann Asafa Powell und Tyson Gay aus den USA das beste Blatt in der Hand zu halten.

Nach lockeren 10,20 Sekunden im Vorlauf ließ Bolt in seinem Zwischenlauf einen kurzen Blick auf seine Form zu: Seine Zeit war die beste des Tages, der Weltrekordler (9,72) lief dabei entspannt und locker. "Ich bin nur die ersten 50 Meter gerannt, dann habe ich mich umgeschaut, um sicher zu gehen, dass ich in Sicherheit bin ... und dann habe ich das Tempo rausgenommen", erklärte der 21-Jährige. Seine Zuversicht ist demnach ungebrochen. "Ja, ich bin bereit, mein Bestes zu geben", kündigte er an.

Landsmann Asafa Powell, in der Hierarchie der Sprinter seit Bolts Weltrekordlauf im Juni in New York nur noch die Nummer zwei (9,74), gewann seinen Zwischenlauf in 10,02 Sekunden. Danach sorgte der Jamaikaner für eine Schrecksekunde, als ihn Fernsehkameras auf dem Trainingsplatz auf eine Trage liegend aufnahmen: Powell aber hatte nur ein bisschen ausruhen wollen.

Gay nur auf Rang zwei im Vorlauf

Nur Dreifach-Weltmeister Tyson Gay schien sich ein bisschen zu quälen. Der Amerikaner, bereits in den Vorläufen der Langsamste der drei Sieganwärter, belegte in seinem Zwischenlauf in 10,09 sogar nur Rang zwei hinter Richard Thompson aus Trinidad und Tobago (9,99). An seiner Form wollte der US-Meister trotzdem keine Zweifel aufkommen lassen. "Ich wollte nur durchkommen und das hat geklappt. Ich habe mich gut gespürt und entspannt."

Wenn Bolt, Powell und Gay am Samstagabend im packendsten 100-m-Finale aller Zeiten um Gold rennen, wird Tobias Unger nur Zuschauer sein. Für den Kornwestheimer war im Zwischenlauf Schluss. Der Olympiasiebte von Athen über 200 Meter belegte in seinem Rennen, in dem Marc Burns aus Trinidad und Tobago mit 10,05 Sekunden vorne lag, in 10,36 Sekunden auf Rang sieben. "Ich wusste, dass ich keine Chance auf das Halbfinale hatte", sagte Unger.

Schon im seinen Einzug in den Zwischenlauf hatte Unger am Morgen Zittern müssen. Drei Sprinter waren nach jeweils 10,46 über die Ziellinie gestürmt, der Deutsche kam erst nach Auswertung der Tausendstelsekunden weiter. Der Schwabe hatte allerdings schon vor dem Auftakt gesagt, entscheidend sei für ihn in erster Linie, sich für die Staffel warmzulaufen. "Mit der Staffel", versicherte er, "können wir einiges bewegen."

Schon am Samstag wird Unger allerdings wieder im Vogelnest sitzen. "Ich werde ins Stadion gehen und mir das Finale anschauen."

© SID

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