Leichtathletik Olympia
Bryan Clay krönt sich zum König der Leichtathleten

Mit einer souveränen Vorstellung hat sich Bryan Clay aus den USA zum König der Zehnkämpfer gekrönt. Andre Niklaus landete auf Rang acht, Michael Schrader kam auf den zehnten Platz.

Roman Sebrle hat abgedankt - Bryan Clay aus den USA ist der neue "König der Athleten". Mit 8 791 Punkten bestieg der 28 Jahre alte Olympiazweite von Athen am Freitag in Peking den Zehnkampf-Thron. "Bryan ist ein wahrer Champion. Er steht über uns allen", sagte der WM-Fünfte Andre Niklaus (Berlin) nach seinem achten Platz mit 8 220 Punkten. Zehnter wurde der Uerdinger Michael Schrader (8 194), nachdem Arthur Abele (Ulm) das deutsche Trio nach vier Disziplinen mit einer Oberschenkelverletzung gesprengt hatte.

Roman Sebrle, der Olympiasieger von 2004 und amtierende Weltmeister, konnte am Karriereabend nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Er behielt allerdings seinen Weltrekord (9 026 Punkte), der zwischenzeitlich in Gefahr schien. Silber gewann mit 8 551 Punkten Andrej Krautschanka (Weißrussland), Bronze ging mit 8 527 an den Kubaner Lionel Suarez. Sebrle (8 241) wurde Sechster. Bryan Clay, der zehnte US-Olympiasieger der Geschichte, gilt als überzeugender Saubermann. Er engagiert sich beim Projekt "Glaubwürdigkeit" der US-Anti-Doping-Behörde speziell für die Durchsetzung einer Art Steroidprofil, wie es die deutschen Zehnkämpfer schon 1993 vergeblich international propagiert hatten. Darin werden Basiswerte aller Athleten festgehalten und der Einsatz von Dopingmitteln ist leicht erkennbar.

Bestleistungen und Medaillenkandidaten fielen

Der Olympiasieger, als Sohn einer Japanerin vaterlos in ärmsten Verhältnissen auf Hawaii aufgewachsen, hat zudem eine eigene Stiftung gegründet. Er sagt: "Ich habe in der Kindheit sehr gelitten. Darum möchte ich Studenten in Not unterstützen."

Clay, der 2007 in Osaka an einer Muskelverletzung scheiterte und damit den Weg zum einzigen Gold freimachte, das Sebrle noch gefehlt hatte, war in Peking topfit. Er stieß die Kugel weiter denn je (16,27), war Bester mit Diskus (53,97) und über 100 m (10,44). Andre Niklaus war einmal mehr stabil, wenn es darauf ankam. Mit dem Stab (5,20) war er Bester von allen, enttäuschte nur einmal. "Mein Kugelstoßen war unter aller Sau." Doch trotz des Scheiterns von vier Medaillenaspiranten war der Hallen-Weltmeister von 2006 weit weg von den Medaillen.

Michael Schrader bewegte sich in etlichen Disziplinen im Bereich seiner Bestleistung, mit dem Speer schraubte er diese auf 60,27 und meinte: "Nur bei den 400 Metern ist es nicht gelaufen." Der Schützling von Torsten Voss (früher Schwerin), Weltmeister von Rom 1987, erklärte: "Druck spüre ich nicht. Vielleicht dann, wenn es in vier Jahren hoffentlich um eine Medaille geht."

Vier Medaillenkandidaten blieben ohne gültigen Versuch auf der Strecke. Zuletzt als Vierter Trey Hardee im Stabhochsprung, zuvor der frühere Weltmeister Tom Pappas (beide USA), der zweimalige WM-Dritte Dmitri Karpow (Kasachstan) und der EM-Zweite Attila Zsivoczky (Ungarn) im Weitsprung.

© SID

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