Leichtathletik Olympia
Campbell-Brown wiederholt Triumph über 200 Meter

Veronica Campbell-Brown aus Jamaika gewinnt die Gold-Medaille über 200 Meter. Sie gewann vor Allyson Felix und Kerron Stewart. Die 26-Jährige ist die erste Läuferin in der Olympia-Geschichte, die ihren Sieg über diese Strecke wiederholen konnte.

Vier Rennen, viermal Gold: Jamaika ist bei den Olympischen Spielen in Peking die überragende Sprint-Nation. Nach den Goldmedaillen und Weltrekorden von Usain Bolt über 100 und 200 Meter der Männer sowie dem Sieg von Shelly-Ann Fraser über 100 Meter der Frauen machte Veronica Campbell-Brown den totalen Triumph für die Läufer aus der Karibik perfekt: Die 26-Jährige ist zudem die erste Läuferin überhaupt in der Olympia-Geschichte, die ihren Sieg über 200 Meter wiederholen konnte.

Wie vor vier Jahren gewann Campbell-Brown, die wie der "Blitz" Bolt aus dem Örtchen Trelawny stammt, vor Allyson Felix aus den USA. In 21,74 Sekunden war sie deutlich schneller als in Athen (22, 18), auch ihr Vorsprung vor der Konkurrentin (21,93) war größer. Dritte wurde diesmal Kerron Stewart aus Jamaika, die zuvor über 100 Meter zeitgleich mit Teamkollegin Sherona Simpson Silber gewonnen hatte. 100-m-Siegerin Fraser war über 200 Meter nicht am Start. Dafür fehlte 100-m-Weltmeisterin Campbell-Brown über die 100 Meter.

Damit holten die Jamaikaner über die Sprintstrecken von zwölf möglichen Medaillen immerhin 7, davon alle vier Gold. Eine derartigen Triumph hatte es zuvor nur 1984 gegeben, als Carl Lewis (100 und 200 Meter), Evelyn Ashford (100) und Valerie Brisco-Hooks (200) viermal Gold für die USA gewannen. Die diesmal schwer geschlagenen Amerikaner mussten sich in Peking auf den Sprintstrecken mit je zwei silbernen und zwei bronzenen Medaillen zufriedengeben. Jamaika holte außerdem noch einmal Doppel-Silber sowie einmal Bronze.

Weltrekordler Robles holt Gold über 110m Hürden

In Abwesenheit von Chinas verletztem Volkshelden Liu Xiang hatte Weltrekordler Dayron Robles im olympischen Finale über 110m Hürden in Peking leichtes Spiel. Der Kubaner gewann in 12,93 Sekunden klar vor den US-Amerikanern David Payne (13,17) und David Oliver (13,18). Deutsche Starter waren nicht dabei. Liu, Olympiasieger von 2004, war am Montag beim Start des ersten Vorlaufs verletzt ausgeschieden und hatte damit für Bestürzung im Land des Gastgebers gesorgt.

Merrit schlägt Warriner über 400m

Top-Favorit Jeremy Wariner aus den USA hat die Goldmedaille über 400m verpasst. Der Weltmeister und Athen-Olympiasieger musste sich im Finale in 44,74 Sekunden seinem Landsmann Lashawn Merritt (43,75) geschlagen geben. Der WM-Zweite Merritt hatte Wariner in dieser Saison bereits beim Golden-League-Meeting in Berlin und bei den US-Trials bezwungen. Auf Rang drei machte David Neville (44,80) den Dreifach-Triumph der USA perfekt. Einen solchen hatte es bereits 2004 in Athen gegeben. Deutsche Starter hatten sich auf dieser Strecke nicht qualifiziert.

Nelson Evora hat Portugal das erste Dreisprung-Gold der olympischen Geschichte beschert. Der Weltmeister gewann mit der Saisonbestleistung von 17,67m knapp vor dem WM-Sechsten Phillips Idowu aus Großbritannien (17,62) und Leevan Sands von den Bahamas (17,59).

US-Desaster bei Sprintstaffeln

Die US-Sprintstaffeln haben bei den Olympischen Spielen in Peking ein Desaster erlebt. Sowohl die Frauen als auch die Männer scheiterten im Vorlauf am letzten Wechsel und schieden aus. Damit ist der Weg für den totalen Sprinttriumph Jamaikas über 100, 200 und 4x100m frei. Dies gab es bisher bei Olympia erst einmal: 1984 durch die USA. Bei den beiden diesjährigen US-Teams schlugen die Wechsel von Darvis Patton auf Tyson Gay und von Torri Edwards auf Lauryn Williams fehl.

Dagegen qualifizierten sich die deutschen 4x100-m-Staffeln für die Endläufe am Freitag. Die Männer liefen in 38,93 Sekunden die sechstbeste Zeit. "Die Bedingungen waren schwer, wir können mit der Zeit nicht so zufrieden sein, aber die anderen waren auch nicht besser. Deswegen stimmt es von der Relation. So wie es aussieht, können wir die Medaillen angreifen", sagte der Kornwestheimer Tobias Unger.

Ungar hatte das Team auf den Weg gebracht, ehe Till Helmke (Friedberg-Fauerbach), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) folgten. Die beste Zeit des Tages lief Trinidad und Tobago (38,26), die Jamaikaner erreichten 38,31, schonten aber Doppel-Olympiasieger Usain Bolt. Auch Großbritannien, Olympiasieger von Athen, wurde disqualifiziert.

Die deutschen Frauen in der Bestetzung Anne Möllinger/Mannheim, Verena Sailer/Fürth/München, Cathleen Tschirch/LG Weserbergland und Marion Wagner/Mainz kamen in 43,59 Sekunden ins Ziel.

© SID

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