Leichtathletik Olympia
Spank Fünfter im Hochsprung-Finale

Der Dresdner Raul Spank hat beim olympischen Hochsprung-Finale einen achtbaren fünften Platz erreicht. Diskuswerfer Robert Harting verpasste dagegen Bronze um 71 Zentimeter.

Die Scheibe von Robert Harting war diesmal kein Hit. Ein Jahr nach dem WM-Silber von Osaka landete der Diskus des Berliners bei 67,09m auf Rang vier, 71 Zentimeter hinter Bronze. "Unser Ziel mit etwa sieben Medaillen wie bei der WM 2007 in Osaka ist damit nicht mehr erreichbar", bekannte Jürgen Mallow. Der Cheftrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) durfte sich aber über den Höhenflug von Raul Spank (Dresden) auf Rang fünf mit 2,32m freuen: "Das ist für mich so viel Wert wie eine Medaille."

Die deutsche Leichtathletik-Mannschaft hofft nach fünf medaillenlosen Tagen nun auf andere starke Arme: Am Mittwoch trägt Weltmeisterin Betty Heidler (Frankfurt/Main) trotz einer verkorksten Saison im Hammerwurf die Hoffnungen, am Donnerstag besitzt dann im Speerwurf die WM-Zweite Christina Obergföll (Offenburg) die einzige realistische Goldchance im Team. Am Samstag soll dann noch die Weltranglisten-Zweite Ariane Friedrich (LG Frankfurt) im Hochsprung zuschlagen.

Malachowski schiebt sich auf Platz zwei

Robert Harting scheiterte daran, dass sich vier Tage nach dem Kugelstoß-Sieg von Tomasz Majewski (21,51m) in Piotr Malachowski ein weiterer starker Pole als Zweiter mit 67,82m in die Medaillenränge drängte. Gold gewann Weltmeister Gerd Kanter (Estland/68,82m), für den Litauer Virgilijus Alekna blieb vor 91 000 Zuschauern im erneut ausverkauften Vogelnest nach zweimal Olympia-Gold nur Bronze. Achter wurde Robert Fazekas (Ungarn), der 2004 in Athen als Olympiasieger wegen manipulierter Dopingproben disqualifiziert und zwei Jahre gesperrt worden war.

Harting legte nach 65,58m zum Auftakt mit 67,09m im dritten Durchgang nach und war Zweiter, ehe ihn erst Alekna (67,79) und dann der in Führung gehende Kanter (68,82) auf Rang vier verdrängten. Nach zwei ungültigen Würfen warf der Weltranglistensechste zum Abschluss nur 66,51m. "Ich hatte technische Probleme, meine Würfe waren zu unsauber", berichtete der 23-Jährige geknickt.

Das vierte Peking-Gold für Russlands Leichtathleten holte der Weltranglisten-Erste Andrej Silnow im Hochsprung. Das dritte für die USA gewann Dawn Harper über 100m Hürden in 12,54 Sekunden, nachdem ihre favorisierte Teamkollegin Lolo Jones (7.) an der vorletzten Hürde in Führung liegend gestrauchelt war.

Christine Ohuruogu holt Gold für Großbritannien

Zuvor hatte Sanya Richards (USA) als Dritte über 400m eine bittere Niederlage erlitten. Dafür gelang Weltmeisterin Christine Ohuruogu der erste britische Sieg im Vogelnest, in 49,62 lief sie Jahres-Weltbestzeit. 1 500-m-Sieger Rashid Ramzi holte in 3:32,94 die erste Olympiamedaille in Bahreins Sportgeschichte.

Ex-Fußballer Raul Spank, der nur einmal die doppelt verlangte Norm erfüllt hatte und über eine Ausnahmegenehmigung des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) ins Team gerückt war, zeigte sich "nur eine Sekunde enttäuscht". Danach, sagte er, "habe ich mich nur noch gefreut. Es war gigantisch." Der Sachse nahm alle Höhen bis 2,29m im zweiten Versuch, steigerte sich im dritten um zwei Zentimeter auf seine persönliche Bestmarke von 2,32m und streckte erst bei 2,34 die Waffen.

100-m-Olympiasieger Usain Bolt spielte unterdessen beim 200-m-Halbfinalsieg regelrecht mit der Konkurrenz. Während Athen-Olympiasieger Shawn Crawford fast an seine Grenzen ging (20,12), ließ der Jamaika-Star den stärksten US-Rivalen in 20,09 locker auslaufend hinter sich. Der neue Sprintstar greift nach den 9,69 Sekunden über 100m am Mittwoch auch nach dem zwölf Jahre alten Fabel-Weltrekord von Michael Johnson (USA/19,32).

Hürden-Weltrekordler Dayron Robles stark

Zwei Tage nach dem Startverzicht von Chinas verletztem Athen-Olympiasieger Liu Xiang machte Kubas Hürden-Weltrekordler Dayron Robles deutlich, dass er sich wohl nur selbst schlagen kann. Er gewann den Zwischenlauf mit der Lässigkeit eines Usain Bolt in 13,19 Sekunden. Liu hatte sich am Mittwoch in ganzseitigen Anzeigen chinesischer Tageszeitungen entschuldigt. "Es tut mir sehr, sehr leid. So viele Menschen haben mich unterstützt und wollten mich laufen sehen", ließ er über staatliche Medien ausrichten.

Neben Christina Obergföll, die mit 67,52m in der Qualifikation aufwartete, erzielte auch Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) mit 63,94m ihre zweitbeste Saisonweite und sieht sich am Donnerstag als Bronzekandidatin. "Ich bin in der Form meines Lebens. Wenn ich es technisch auf die Reihe kriege, kann ich Bestleistung werfen", meinte Europarekordlerin Obergföll vor dem Duell mit Tschechiens Weltmeisterin Barbora Spotakova (67,69).

© SID

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