Leichtathletik Olympia
Ukrainische Siebenkämpferinnen siegen

Die Siebenkämpferinnen aus der Ukraine haben in Peking einen Doppelsieg gefeiert. Natalja Dobrynska gewann mit 6 733 Punkten vor Ljudmilla Blonska (6 700). Bronze ging an die USA.

Die Ukrainerin Natalja Dobrynska ist die Erbin von Schwedens Siebenkampf-Königin Carolina Klüft, die deutsche Medaillenträume platzten dagegen früh: Beim überraschenden Olympiasieg der um erstaunliche 346 Punkte auf 6 733 Zähler verbesserten WM-Achten war die als Bronzekandidatin gehandelte WM-Fünfte Lilli Schwarzkopf (Paderborn) nach einem mäßigen Start und nur 5,96 m im Weitsprung zum Auftakt des zweiten Tages chancenlos. Sie belegte Platz neun (6 379).

Den ukrainischen Doppelsieg machte die ehemalige Dopingsünderin Ljudmilla Blonska perfekt (6 700), Bronze sicherte sich die Amerikanerin Hyleas Fountain (6 619). In Abwesenheit der nur im Weit- und Dreisprung startenden schwedischen Athen-Gewinnerin Carolina Klüft, die seit 2002 den Siebenkampf als Seriensiegerin dominierte, betrat Dobrynska mit 17,29m im Kugelstoßen die Siegerstraße, obwohl zur Halbzeit noch Fountain führte.

Das deutsche Trio tat sich schwer. Die Leverkusenerin Jennifer Oeser (6 360) als Zwölfte und die Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger (6 140) als 17. hatten wie Schwarzkopf Mühe, an ihre Bestleistungen vom Qualifikationsmeeting im Juni in Ratingen heranzukommen.

Die 24-jährige Schwarzkopf, 1992 mit ihren Eltern als Spätaussiedlerin aus Kirgisien nach Deutschland gekommen, verpasste es am ersten Tag, sich in Stellung zu bringen. Da nützten auch 51, 88 m in ihrer Lieblinsdisziplin Speerwurf nichts mehr.

"Eigentlich wollte ich was Besseres, ich habe es ein bisschen versäbelt", beklagte Schwarzkopf. Oeser meinte: "Versöhnlich ist zum Schluss die 800-m-Bestleistung." Und auch Kesselschläger war frustriert: "Das hätte ich mir anders erhofft."

Der Sieg von Dobrynska war für alle eine Überraschung. Bislang tummelte sie sich stets im Mittelfeld internationaler Titelkämpfe. Ihre beste Freiluft-Platzierung war bei der WM 2007 Rang acht. Ein Jahr später wurde die 26-Jährige EM-Sechste. In Peking gelangen ihr insgesamt fünf Bestleistungen. "Sie hat wahrscheinlich sehr gut trainiert", kommentierte Schwarzkopf süffisant. Oeser meinte sarkastisch: "Das gibt mir Hoffnung, auch mal so viele Punkte zu machen. Es kann sich jeder seinen Teil denken, aber ich möchte sie nicht beschuldigen."

Schon im Vorfeld war zumindest ihre Landsfrau Blonska, von 2003 bis 2005 nach einem Positiv-Test auf anabole Steroide gesperrt, den deutschen Starterinnen nicht geheuer: "Ihr traue ich nicht über den Weg", sagt Kesselschläger.

© SID

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