Leichtathletik
Steffi Nerius sagt "Danke Athen"

Erst blickte die Rügenerin Steffi Nerius ungläubig zur Anzeigetafel. Auf jeden Fall würde es Bronze sein. Noch eine Werferin und dann fiel die ganze Anspannung restlos von ihr ab. Sie kam nach Athen, um eine Medaille zu holen und sie verließ das Treppchen mit einer Silbermedaille. Ihre Trainerin weinte vor Freude.

HB ATHEN. Nach dem letzten Durchgang im Olympischen Finale ballte Steffi Nerius die Faust, hob die Arme und stieß einen Freundenschrei aus. Das war der ganz große Wurf in der Karriere der Leverkusenerin, der mit Silber belohnt wurde. "Ich denke, die Nacht wird kein Ende haben", kündigte sie ein rauschendes Fest nach der zweiten Medaille für die Leid geprüften deutschen Leichtathleten an.

Lange lag Steffi Nerius im Athener Olympiastadion dort, wo sie schon vor vier Jahren in Sydney war: auf Platz vier. Ein Zentimeter fehlte zur Bronze. Dann vollbrachte sie noch einmal einen Kraftakt: 65,82 m, deutsche Jahresbestleistung im genau richtigen Moment. "Natürlich wollte ich eine Medaille. Ich hatte mir gesagt, ich will nicht Vierte werden, schon gar nicht einen Zentimeter hinter der Griechin. Da musste der letzte Wurf eben weiter gehen", berichtete sie nach ihrem Silber-Wurf. Bevor sie mit der deutschen Fahne auf die Ehrenrunde ging, wendete die WM-Dritte ihr weißes Stirnband, auf dem in griechischen Buchstaben geschrieben stand: "Danke Athen."

Bereits im ersten Durchgang schleuderte die Kubanerin Osleidys Menendez ihren Speer so weit hinaus wie niemand zuvor in diesem Jahr - auf 71,53 m. Damit blieb die Olympiasiegerin nur einen Zentimeter hinter ihrem Weltrekord von 2001 zurück, den sie ausgerechnet im griechischen Rethimmon aufgestellt hatte, und nahm ihren Konkurrentinnen allen Wind aus den Segeln. "Das ist eine andere Dimension. Da muss ich noch mehr trainieren", kommentierte Nerius. Sie stieg zwar selbst mit ansprechenden 63,01 m ein, kam dann aber nur auf 60,58. Es folgten zwei ungültige Versuch, ehe sie sich zunächst auf 63,60 m steigerte.

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