Leichtathletik-Test
Keine großer WM-Schub in Dortmund

Die Asse des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) konnten in Dortmund den ersten Härtest für die Weltmeisterschaften im August in Paris nicht zur breiten Leistungsschau nutzen. Für die besten Leistungen aus DLV-Sicht sorgten 400-m- Europameister Ingo Schultz und Stabhochspringerin Annika Becker, die ihre Wettbewerbe gewannen.

dpa DORTMUND. "Die eigentlichen Höhepunkte sind der Europacup am kommenden Wochenende in Florenz und die deutschen Meisterschaften in Ulm", meinte DLV - Sportwart Rüdiger Nickel am Sonntag beim internationalen Meeting in Dortmund. Schon vor dieser ersten großen Qualifikation hatte er 41 Athleten gezählt, die sicher bei der WM dabei sein werden.

Für die besten Leistungen aus DLV-Sicht sorgten 400-m- Europameister Ingo Schultz und Stabhochspringerin Annika Becker, die ihre Wettbewerbe gewannen. Dagegen konnten im Stadion Rote Erde vor rund 7000 Zuschauern und Sonnenschein Stars wie Lars Riedel, Charles Friedek, Tim Lobinger oder Astrid Kumbernuss nicht überzeugen. "Ich habe vorne etwas geschludert und musste hinten raus sehr kämpfen", sagte Schultz über seinen ersten Saisonsieg in der neuen deutschen Jahresbestzeit von 46,08 Sekunden. Den Stabhochsprung der Frauen dominierte Annika Becker, die mit 4,60 m gewann und an der Weltjahresbestleistung von 4,71 scheiterte.

Hallen-Weltmeister Lobinger hat den harten Worten keine große Tat folgen lassen können. Nach seinen Vorwürfen gegen die deutsche Athleten ("Ein Primadonna-Club aufgefüllt mit Hosenscheißern") musste er zwei Tage nach den in Kassel übersprungenen 5,86 m nun bei 5,50 kapitulieren. "Wir brauchen Aufreißer, um die Leichtathletik zu vermarkten. Und die 5,50 sind auch ein Aufreißer - nur in die falsche Richtung", sagte Lobinger, der zu seiner Kritik steht: "Es ist als ein Wachrütteln zu verstehen." Den Startplatz für den Europacup am kommenden Wochenende in Florenz sicherte sich Lars Börgeling, der 5,70 m überquerte.



Sieger wurde der Südafrikaner Okkert Brits (5,75). DLV-Sportwart Rüdiger Nickel nahm Lobingers Kritik an der Mentalität der Nationalmannschafts-Mitglieder, die sich vor allem gegen die zurückhaltende Start-Praxis richtete, nicht übel: "Sicher kann man über das eine oder andere Wort streiten. Doch es ist erfreulich, dass sich Athleten Gedanken machen und sich zu so etwas äußeren." Im "Ring-Kampf" der Intimfeinde setzte sich unerwartet Michael Möllenbeck mit 67,42 m gegen seinen Diskus-Rivalen und fünfmaligen Weltmeister Lars Riedel (66,33) klar durch. "Ich habe mit so einer Weite nicht gerechnet", zeigte sich auch Möllenbeck verblüfft.

Mit einer Enttäuschung endete auch der Hammerwurf für Lokalmatador Karsten Kobs. Mit nur 77,47 m landete weit hinter Europameister Adrian Annus (79,13) auf Platz zwei und verpasste die WM-Norm (79,50). "Ich war heute nicht richtig da. Wen ich meinen besten Wurf richtig erwischt hätte, wäre er locker auf 80,50 Meter geflogen", meinte der deutsche Meister frustriert. Nicht ganz glücklich war auch die Olympia-Dritte Astrid Kumbernuss, die im letzten Versuch zwar noch 19,55 m schaffte, aber Nadeschda Ostapschuk (Weißrussland/19,75) den Vortritt lassen musste.

Vizeeuropameister Charles Friedek kam im Dreisprung mit schwachen 16,53 m nur auf Rang drei und hatten im der EM-Revanche gegen den Schweden Christian Olsson (17,21) keine Chance. Die Frankfurterin Irina Mikitenko verbesserte zwar die deutsche Jahresbestzeit über 1500 m auf 4:10,76 Min., wurde mit dieser Zeit aber nur Sechste. In guten 4:02,60 Min. sicherte sich die Ukrainerin Irina Lischinska den Sieg. Eine Bestätigung ihrer guten Frühform gab die Sprinterin Esther Möller, die mit 11,31 Sek. Zweite hinter Tatjana Tkalisch (Ukraine/11,30) wurde. Lichtblick bei den Läufern war René Herms, der mit 1:45,39 Min. Zweiter über 800 m hinter Wilfried Bungei aus Kenia (1:44,44) wurde und eine deutsche Jahresbestzeit aufstellte.

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