Leichtathletik-Weltmeisterschaften
Wo die Liebe hinrennt: Paarlauf in Paris

In der Stadt der Liebe gehen die Leichtathleten mit viel Herzblut und Leidenschaft die Weltmeisterschaften an. Längst wuchert in der Szene ein Beziehungsgeflecht und treibt die schönsten Blüten.

HB/dpa PARIS. Möglicherweise wurde in Paris auch der Sprintstar der Zukunft gezeugt: Das Söhnchen von 100-m-Weltrekordler Tim Montgomery und der dreimaligen Olympiasiegerin Marion Jones. "Was ist schon eine Weltmeisterschaft, wenn du ein Lebewesen zur Welt bringen kannst", sagt Montgomery.

"Wer verliebt ist, wer verliebt ist in die Liebe, kommt nach Paris zurück", sang einst Caterina Valente. Dies gilt auch für das Glamourpaar der Leichtathletik, das Pendant zu Steffi Graf/Andre Agassi: Beim Golden-League-Meeting in der französischen Hauptstadt am 14. September wurde die Beziehung zwischen den Sprintstars Marion Jones und Tim Montgomery publik - just an jenem Abend, als der 28- Jährige seinen spektakulären 100-m-Weltrekord (9,78 Sekunden) aufstellte. Am 28. Juni kam dann Tim jr. zur Welt.

Marion Jones nimmt die Liebe mittlerweile ganz leicht: Früher war sie mit dem Kugelstoß-Koloss C.J. Hunter zusammen, jetzt gehört ihr Herz dem 73-Kilo-Leichtgewicht Montgomery. Bei der WM kann sie sich fast ganz auf ihre kleine Familie konzentrieren: Die 27-jährige ist nach ihrer Babypause nur als Expertin für Eurosport im Einsatz, hat aber die Olympischen Spiele 2004 fest eingeplant. "Aus Athen werden Marion und ich mit vielen Goldmedaillen heimkehren", prophezeit Montgomery. Wie schnell Tim jr. eines Tages sein könnte, darüber wagt noch kaum jemand nachzudenken.

"Wir bringen einander Glück"

Auf der Leichtathletik-Piste ist es wie an anderen Arbeitsplätzen: Dort lernen viele ihren Lebenspartner kennen. Bei Sprinterin Esther Möller (Wattenscheid) und Ruwen Faller (Jena), Mitglied der deutschen 4 x 400-m-Staffel, läuft die Liebe mit - allerdings nicht bei der WM, die Esther Möller verletzt absagen musste. Auf die attraktiven Sprinterinnen wird auch der Saarbrücker Boris Henry, Medaillenkandidat im Speerwerfen, in Paris seine Augen richten.

Genauer: Auf seine Freundin Kelly White. "Für mich und Boris ist es eine große Motivation, bei gleichen Veranstaltungen zu starten. Aber ich würde nicht sagen, dass wir einander Glück bringen", sagt die US- Meisterin über 100 und 200 m. Das schwedische Traumpaar heißt Carolina Klüft und Patrik Kristiansson: Die Siebenkampf- Europameisterin und der Stabhochspringer sind verlobt. Auffallend oft funkt es zwischen Athletinnen und ihren Trainern.

Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss (34) und der 25 Jahre ältere Dieter Kollark waren lange unzertrennlich und sind seit fünf Jahren Eltern von Philip. Doch privat gehen die beiden inzwischen getrennte Wege, während 400-m-Ass Grit Breuer und Thomas Springstein weiterhin unzertrennlich sind.

1500-m-Europameisterin Süreyya Ayhan löste in der Türkei einen Skandal aus, weil sie mit ihrem Coach Yucel Kop anbandelte und der seine Familie verließ. Auf Intervention von Islamisten musste sich selbst das türkische Parlament dazu äußern. Das wiederum empörte die Frauenrechts-Organisationen. "Stellen sie Fragen nicht über die Liebe, sondern über die Leichtathletik", sagt Süreyy Ayhan inzwischen zu diesem Thema.

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