Leichte Entspannung trotz hoher Ölpreise
Inflation im August auf 1,8 Prozent verlangsamt

afp MÜNCHEN/WIESBADEN. Angesichts drastisch gestiegener Heizölpreise wächst die Sorge vor hohen Sonderlasten für die Verbaucher, wenn in den kommenden Monaten die Öltanks für den Winter gefüllt werden müssen. Vor allem für kleine Privatverbraucher dürfte der Winter zu einem "teuren Vergnügen" werden, wenn die Politik nicht die "Preis-Notbremse" ziehe, mahnte CSU-Generalsekretär Thomas Goppel am Freitag in München. Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Hartmann Vetter, erwartet nach eigenem Bekunden einen drastischen Anstieg der Mietnebenkosten. Bei der Endabrechnung im nächsten Jahr werde es vielerorts ein "großes Erwachen" geben. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden legte vorläufige Inflationszahlen für August vor, die erstmals seit Monaten eine leichte Entspannung ausweisen. Der Preisauftrieb betrug demnach 1,8 Prozent.

Der aktuelle Literpreis für Heizöl von fast 90 Pfennig nähere sich "bedrohlich schnell dem Nachkriegsrekord von 1985", betonte Goppel. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland drohe unter dem hohen Preisniveau zu leiden. Die Verbraucher müssten jetzt zu Höchstpreisen ihre Tanks füllen. Der CSU-Generalsekretär forderte die Bundesregierung auf, die Ölförderländer in der OPEC "zu einem vernünftigen Kurs" zu drängen und parallel dazu die nächste Stufe der Öko-Steuer auszusetzen.

Heizölpreise innnerhalb eines Jahres verdoppelt

Mieterschützer Vetter sagte im Radiosender "berlin aktuell 93.6", die Nebenkosten dürften sich um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent erhöhen. Die Heizölpreise hätten sich binnen Jahresfrist schließlich teilweise verdoppelt. Der Geschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, Peter Schlüter, rechnet dagegen eigenen Angaben zufolge nicht mit "weiter explodierenden" Preisen für Öl, Gas und Benzin in Herbst und Winter. Im Südwestrundfunk riet er Verbrauchern mit leeren Öltanks dennoch, jetzt "schnell an den Einzelhändler heranzugehen".

Die Verbraucherpreise aus sechs Bundesländern, aus denen das Statistische Bundesamt die vorläufige Inflationsrate berechnet, weisen nach Angaben eines Behördensprechers für August neuerlich gestiegene Heizölkosten auf. Insgesamt ging die Inflationsrate aber im Monatsvergleich um 0,2 Prozent auf eine Jahresrate von 1,8 Prozent zurück. Damit verlangsamte sich der Preisauftrieb, der seit Monaten die Aufwärtsentwicklung des Ölpreises widerspiegelt, erstmals seit einem Jahr wieder minimal. Die endgültigen Zahlen für August sollen Mitte September vorliegen. Indiz für weiter bestehende Inflationsgefahren sind indessen die am Freitag veröffentlichten Außenhandelspreise, die bei den Juli-Importen eine Verteuerung von fast elf Prozent ausweisen.

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