Leichte Ergebnisverbesserungen erwartet
Palfinger sieht sich gut gerüstet

Der Salzburger Kran- und Hebesystemhersteller Palfinger AG sieht sich nach dem Restrukturierungsjahr 2002 durch ein internes "Fitnessprogramm" für 2003 gut gerüstet. Auch wenn der erhoffte Konjunktzuraufschwung nach wie vor auf sich warten lasse, werden leichte Ergebnisverbesserungen - unter dem Grundsatz "Ergebnis vor Umsatz" - erwartet. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht - und alle Hebel und Schrauben entsprechend gestellt", sagte Palfinger-Finanzvorstand Eduard Schreiner am Montag vor Journalisten.

Reuters WIEN. Palfinger werde sich nun verstärkt bemühen, "vom ehemaligen Kranhersteller zum global vernetzen Systemanbieter" zu werden, führte Schreiner aus. Damit würden massive organisatorische Änderungen einhergehen: ab sofort stehe die Vermarktung der Produkte - mit einem breiten Angebot im Bereich pre- und after sales sowie Finanzierungs- oder Buy Back-Angeboten - im Mittelpunkt, wovon sich Palfinger mehr Markt- und Kundennähe erhoffe.

Weiteren Fokus werde man auch auf die Profitabilität der "neuen" Palfinger-Produkte wie dem Geschäftsfeld Crayler, dem Mobiler oder der Ladeboardwand legen. "Hobbies werden wir uns da sicher keine leisten", so Schreiner. Im angelaufenen Geschäftsjahr wolle man die Businesspläne der Geschäftsfelder überprüfen, "und in den nächsten beiden Geschäftsjahren muss das einfach profitabel sein", führte Schreiner aus. Als weitere Projekte sehe Palfinger die Umsetzung des Standortnutzungskonzeptes und die Ausweitung des RAP-Projektes auf weitere Konzernbereiche - mit dem Projekt seien die Lieferzeiten im Bereich Krane bereits um 70 % auf drei Wochen verkürzt worden.

Akquisitionen - auch im Hinblick auf die weitere Internationalisierung sowie Reduktion der Abhängigkeit vom Baugewerbe - seien derzeit nicht spruchreif, so Schreiner. Auf dieses Fundament seien auch die Prognosen für das erste Quartal 2003 gestützt, in dem Palfinger mit einem Umsatz von 79,3 (78,4) Mill. ? und einem Betriebsergebnis (Ebit) von rund 7,2 (7,1) Mill. ? leicht über dem Vorjahr zu liegen kommen sollte.

2002 hat Palfinger nach nunmehr endgültigen Zahlen nach International Accounting Standards (IAS) bei einem Umsatz von 306,5 (332,1) Mill. ? ein Ebit von 23,4 (38,1) Mill. ? und ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 19,7 (34,6) Mill. ? ausgewiesen. Das Konzernergebnis habe sich auf 13,2 (22,3) Mill. ? verringert. Begründet wurde dies durch den Geschäftsrückgang am Hauptmarkt Deutschland, die Reduktion der Lagerbestände und der Auslastung der Produktion im Zuge des RAP-Projektes, Produktmixverschiebungen und die ungünstige Währungsrelation Euro zu US-Dollar. Auch hätten umstellungsbedingte Produktionsrückgänge bei der französischen Tochter Guima "dem Ebit rund zwei Mill. ? gekostet", so Schreiner. "Das Thema haben wir noch nicht ganz im Griff. Die Auftragsbücher sind voll, und wir arbeiten jetzt an der Produktivitätssteigerung", sagte Schreiner.

Nach Konzernbereichen aufgeteilt habe man in der LKW-Krantechnik bei einem Umsatz von 162,6 (163,0) Mill. ? ein Ebit von 21,8 (35,6) Mill. ? ausgewiesen. Auf den Bereich Hydraulische Systeme seien Umsätze von 48,5 (62,2) Mill. ? und ein Ebit von 1,1 (0,6) Mill. ? entfallen. Für den Bereich Land- und Forstwirtschaft gab Palfinger bei einem Umsatz von 10,7 (11,6) Mill. ? ein Ebit von 2,0 (0,8) Mill. ? und für den Vertrieb bei einem Umsatz von 84,7 (95,3) Mill. ? ein Ebit von minus 1,5 (plus 1,1) Mill. ? an.

Mit einer Ebit-Marge von 7,6 (11,5) Prozent liege Palfinger dennoch im Vergleich mit der Peer-Gruppe - im wesentlichen die zur Kone-Gruppe zählende Partek - gut, so Schreiner ohne nähere Angaben.

"Die endgültigen Zahlen waren absolut im Rahmen der Erwartungen. Aber die Prognose für das erste Quartal hat mich positiv überrascht, vor allem angesichts des Umfeldes", sagte Reinhard Ebenauer, Analyst bei der Raiffeisen Centrobank AG (RCB). Für ihn bedeute das "Fitnessprogramm" von Palfinger den richtigen Umsatz. "Und vor allem die Tatsache, dass sie am Leitsatz "Gewinn vor Umsatz" festhalten, ist richtig - was anderes kann man derzeit ja eh nicht machen", so Ebenauer. Er werde die Schätzungen für 2003 wohl um fünf bis zehn Prozent anheben. Bei der RCB ist die Aktie derzeit mit "Neutral" bewertet.

Auch Peter Bauernfried, Analyst bei der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), werde bei seinen Schätzungen ein "fine tuning" vornehmen. "Ich sehe durchaus Gewinnsteigerungspotenzial bei Palfinger, vor allem im Kranbereich", so Bauernfried. Auch für ihn liege die Quartalsprognose über seinen aktuellen Planzahlen. Die BA-CA empfiehlt die Palfinger-Aktien derzeit als "buy".

Ein Händler, der die Prognose ebenfalls sehr positiv bewertete, strich vor allem die für ihn "überraschend hohe" Dividende hervor. Palfinger wird für 2002 eine Dividende von 0,60 (0,75) Euro ausschütten. An der Wiener Börse notierten Palfinger am frühen Nachmittag bei 12,50 (12,60) leichter. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie damit 13,5 % im Minus, der ATX hat seither 0,6 % zugelegt.

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