Leichte Erholung an der Wall Street
US-Markt von Konjunkturdaten unbeeindruckt

Die US-Aktienbörsen haben sich nach mehrtägiger Talfahrt am Donnerstag wieder etwas erholt. Viele Schnäppchenjäger langten angesichts der günstigeren Kurse zu.

dpa-afx NEW YORK. In New York haben die Aktienkurse der Standardwerte den Donnerstag mit Kurgewinnen beendet. Ohne besondere Unternehmensneuigkeiten seien es vor allem die Zykliker, welche Kursgewinne verbuchen konnten. Die gestiegene Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die negativ ausgefallenen Indizes der Fed-Chicago sowie der Vereinigung der Einkaufsmanager von Chicago hätten sich nicht auf die Aktienkurse niedergeschlagen, sagten Marktbeobachter. Allenfalls hätten die Daten Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen gemacht, hieß es.

Der Leitindex Dow Jones stieg um 0,36% auf 10 911,94 Punkte. Der marktbreitere S&P 500 Index legte um 0,62% auf 1 255,84 Punkte zu.

Die am Donnerstag eingetroffenen Konjunkturdaten hätten zwar die wiederbelebten Rezessions-Ängste keinesfalls besänftigt, machten zumindest aber Hoffnung auf weitere Zinssenkungen, sagten Händler. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der Woche zum 26. Mai um 8 000 auf saisonbereinigte 419 000 gestiegen. Analysten hatten im im Vorfeld einen Rückgang um 2 000 auf 405 000 prognostiziert.

Der Index der Vereinigung der Einkaufsmanager von Chicago fiel im Mai auf 8,7 nach 38,9 im April. Beträgt der Index weniger als 50, deutet dies auf einen Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten hin, erklärte die Vereinigung. Der von der Chicagoer Zweigstelle der US-Zentralbank Fed ermittelte CFNAI-Index fiel im April auf negativ 1,09 nach negativ 0,87. Diese Entwicklung weise darauf hin, dass das Risiko einer Rezession gegenüber dem 1. Quartal gestiegen sei, teilte die Fed mit.

Tagesgewinner an der Wall Street war die Aktie von Xerox. Der Anteilsschein des Unternehmens legte 9,75% auf 9,91 $ zu. Zuvor hatten die Wirtschaftsprüfer von KPMG LLC bekannt gegeben, dass sie die Xerox-Jahresabschlüsse für die letzten drei Jahre überprüft und bestätigt haben. Angenehmer Nebeneffekt: Der Reinertrag des ersten Quartals 2001 stieg den Angaben zufolge um voraussichtlich 50 Mill. $.

Microsoft sanken um 0,01% auf 69,18 $. Das Unternehmen hatte am Donnerstag die neueste Version seines "Office"-Paketes vorgestellt. "Wir halten 'Office XP' weiterhin für eine schöne Sache ('nice-to-have'), aber - insbesondere angesichts der schwachen Wirtschaftsentwicklung - nicht für zwingend erforderlich ('must-have')", urteilte der Analyst Henry Blodget von Merrill Lynch.

Die Aktien von Sara Lee Corp stiegen um 1,78% auf 18,84 $. Am Mittwoch hatte das Unternehmen noch eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Die Aktie war daraufhin um über 4% eingebrochen. Auch negative Analystenkommentare konnten die Teil-Erholung am Donnerstag nicht verhindern, berichteten Marktteilnehmer.

Die Aktien der Ford Motor Co gaben 1,02% auf 24,35 $ ab. Zuvor hatte das Unternehmen die Entscheidung bekannt gegeben, die Kosten der jüngsten Reifen-Rückrufaktion in Höhe von 2,1 Mrd. $ nicht als einmaligen Aufwand sondern als Betriebskosten zu verbuchen. Eine Reihe von Analysten reduzierte daraufhin ihre Gewinnprognosen.

Der Rentenmarkt tendierte sehr fest. Der Euro verbuchte deutliche Kursverluste und notierte mit 0,84610 Dollar gegenüber 0,85680 Dollar am Vortag. Ein Dollar kostete 2,3114 DM gegenüber 2,2827 DM am Mittwoch.

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