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Leichte Erholung

An New Yorks Börsen herrschte Gewitterstimmung. Schlechte Wirtschafts- und Unternehmensdaten und pessimistische Zukunftsaussichten belasten die Märkte.

Zeitweise verlor der Dow Jones bis zu 4,2 Prozent und durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Zählern. Der Index der US-High-Tech-Werte verlor im frühen Handel bis zu 5,6 Prozent. Mittags hat sich die Lage auf dem Parkett entspannt. Der Dow Jones Index notiert rund 1,3 Prozent, der Nasdaq Index 0,1 Prozent im Minus. Zu den Verlierern gehören zur Wochenmitte vor allem Technologiewerte. Sie gerieten am Morgen stark unter Druck, nachdem die unerwartet niedrigen Umsatzzuwächse bei IBM sowohl Investoren als auch Experten enttäuschen. Pessimistische Kommentare der Analystenhäuser schadeten dem Wert zusätzlich. Bear Stearns empfiehlt den Wert zwar weiterhin zum Kauf, reduziert jedoch die Erwartungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr nach unten. Statt des ursprünglich erwarteten Umsatzes von 90,3 Milliarden Dollar sollen im laufenden Geschäftsjahr nur Einnahmen von 87,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden. Im Jahr 2001 sollen statt der erwarteten 98,8 Milliarden Dollar nun 95,2 Milliarden eingenommen werde. An den Gewinnprognosen für dieses und das folgende Jahr halten die Analysten jedoch fest. Die Analysten von Goldman Sachs reagierten auf die unerfreulichen Geschäftsdaten dagegen extremer und strichen die Aktie von der Empfehlungsliste.



Die Finanzwerte erleben keinen glücklicheren Handelstag. Chase Manhattan verfehlte die Konsensschätzungen. Das zweitgrößte Finanzinstitut der USA verbucht im dritten Quartal 24 Prozent weniger Gewinn als von den Analysten erwartet. Grund: Investitionen in Start-Up Firmen zogen den Profit nach unten.



Unter den schlechten Zahlen leidet außerdem J.P. Morgan, die vergangenen Monat eine Übernahme durch die Chase Manhattan zugestimmt hat. J.P. Morgan meldete heute zwar einen Gewinn, der die Erwartungen um 14 Cents pro Aktie übertrifft, doch unangenehm stößt es den Investoren auf, dass die Investmentbank geringere Umsätze in Aktienverkäufen verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Umsatz in diesem Bereich um 14 Millionen Dollar. J.P. Morgan drückt den Dow Jones Index nach unten. Chase Manhattan verliert fast drei Prozent an Wert. Andere Finanztitel wie Citigroup tendieren schwächer.



Die Sorgen vor einer möglichen Inflation erhielten am Morgen wieder Futter und belasten die Märkte zusätzlich. Im September stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat statt um die erwarten 0,4 Prozent um 0,5 Prozent. Die um den volatilen Lebensmittel- und Energiebereich bereinigte Kernrate lag mit einem Anstieg von 0,3 Prozent ebenfalls 0,1 Prozent über den Erwartungen. Die Entwicklung des Inflationsindikators freut Anleger und Investoren am Morgen verständlicherweise nicht.



Den einzigen Lichtblick bieten heute die Kursgewinne von Intel. Nachdem der größte Chiphersteller der Welt die Anleger am Dienstag nach Handelschluss mit einem guten Quartalergebnis und zuversichtlichen Zukunftsprognosen erfreute, führt der Wert sowohl die Liste der Dow- als auch Nasdaq Gewinner an.

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