Leichte Kursgewinne bei niedrigen Umsätzen
Sachsenring-Insolvenzgerüchte belasten Neuen Markt

Bei niedrigen Umsätzen, bedingt auch durch den US-Feiertag, konnten die Kurse am Neuen Markt zum Wochenauftakt leicht zulegen. Der Nemax50 stieg um 0,37 Prozent auf 818,09 Zähler. Belastet wurde die Stimmung durch Insolvenzgerüchte aus Sachsen.

FRANKFURT. Vieles deutet darauf hin, dass der ehemalige Trabi-Bauer Sachsenring auf einen Crash zusteuert. Auch oder gerade weil Unternehmensführung, Banken und Arbeitnehmervertreter jeglichen Kommentar zu Gerüchten über eine drohende Insolvenz ablehnen, wachsen die Ängste. Dass es in Zwickau nicht zum Besten steht, war zwar bekannt, doch die Situation scheint dramatischer zu sein als erwartet. Seit geraumer Zeit sucht das Management fieberhaft nach einem Partner - bislang anscheinend ohne den geringsten Erfolg.

Nun sollen heute die Gläubiger darüber entscheiden, wie die Zukunft des Unternehmens aussieht. Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Pleitefällen am Neuen Markt ist die zum Automobilzulieferer umgebaute Sachsenring ein Politikum. Nicht allein wegen hoher Landesbürgschaften, es stehen auch mehr als 1400 Arbeitsplätze auf dem Spiel. An der Börse werden die Überlebenschancen anscheinend dennoch als eher gering eingestuft - die Aktie brach um 56,71 Prozent auf 1,58 Euro ein und hatten zeitweise bei 0,90 Euro ein Rekordtief markiert.

Gerüchte, allerdings weniger Insolvenzgerüchte, bewegen seit Monaten auch das Papier des Hofheimer Logistik-Anbieters D.Logistics - an den meisten Tagen nach unten. Am Dienstag will das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlichen. Die Hoffnung darauf, dass diese zumindest besser ausfallen als zuletzt befürchtet, gab dem Papier bereits am Montag Auftrieb. Mit einem Plus von 16,67 % auf 2,10 Euro führte die Aktie die Gewinnerliste der Nemax50-Unternehmen vor Nordex an.

Der Anbieter von Windkraftanlagen hat nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr des Bilanzjahres zwar ein Fünftel weniger Aufträge an Land gezogen, will die Prognosen für das Gesamtjahr aber dennoch erfüllen. Der Kurs, der seit Anfang des Jahres unter Druck ist, legte gestern 4,67 % auf 5,6 Euro zu.

Positive Meldungen kamen aus der zweiten Reihe. So berichtete die Easy Software AG über einen deutlichen Gewinn im ersten Quartal mit einer Ebit-Marge von fast 9 %. Das wurde mit einem Kursplus von 16 % auf 2,03 Euro honoriert. Und das, obwohl das Management die Hoffnungen auf einen weiteren Anstieg dämpfte.

Seine Ergebnisprognosen übertroffen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März) nach eigenen Angaben der Wiesbadener Personalsoftware-Anbieter P & I Personal und Informatik. Der Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,9 Mill. Euro fast ein Drittel über den Planungen und 80 % über dem Vorjahresergebnis. Der Umsatz stieg im Vergleich dazu moderat um knapp ein Drittel auf 36,7 Mill. Euro. Die Aktie der P&I gewann bei allerdings kleinen Umsätzen im Frankfurter Parketthandel 7,55 % und notiert nun bei 2,85 Euro. Auf Xetra fiel das Plus geringer aus.
Quelle: Handelsblatt

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