Leichte Umsatzsteigerung
Bahn verbucht tiefrote Quartalszahlen

Die Deutsche Bahn hat in den ersten drei Monaten 2003 trotz einer leichten Umsatzsteigerung tiefrote Zahlen verbucht. Ausblickend teilte die Bahn mit, für das laufende Geschäftsjahr werde eine Verbesserung des Ergebnisses gegenüber dem Jahr 2002 erwartet. Dies solle durch Einsparungen bei den Investitionen erreicht werden.

Reuters BERLIN. "Wir sind nicht in der Krise und halten an den Planungen für das laufende Jahr fest", sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn auf der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens am Mittwoch in Berlin. Der Betriebsverlust nach Zinsen mit der übernommenen Stinnes betrage im ersten Quartal 120 (Vorjahr: minus 82) Mill. ?, teilte die Bahn mit. Angaben zum Verlust ohne Berücksichtigung der Tochter machte die Bahn zunächst nicht. Mit 3,789 Mrd. ? seien im bisherigen Bahngeschäft 0,7 % mehr umgesetzt worden als im Vorjahr.

Mitte Mai hatte die Nachrichtenagentur Reuters bereits aus Unternehmenskreisen erfahren, dass der Verlust ohne Stinnes 185 Mill. ? betrage, der im wesentlichen auf den Einbruch des Fernverkehrs zurückzuführen ist.

Im Geschäftsjahr 2002 hatten die Bruttoinvestitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit zehn Mrd. ? einen neuen Spitzenwert erreicht. 2002 betrug der Betriebsverlust nach Zinsen ohne Stinnes 493 Mill. ? nach minus 204 Mill. ? im Vorjahr. Einschließlich der anteilig einbezogenen Stinnes betrug der Verlust 454 Mill. ?. Der Umsatz stieg ohne Stinnes um 0,3 % auf 15,7 Mrd. ?.

Die Bahn kündigte zudem an, im laufenen Jahr bis zu drei Mrd. ? am Kapitalmarkt aufnehmen zu wollen. "Wir wollen etwa zwei bis drei Mrd. ? am Kapitalmarkt über Anleihen aufnehmen", sagte Finanzvorstand Diethelm Sack.

Die Bahn war in den vergangenen Wochen wegen ihres neuen Preissystems in die Kritik geraten. Aufsichtsratskreise berichteten Reuters, dass wegen des Einbruchs im Fernverkehr das umstrittene neue System geändert oder gar völlig abgeschafft werden solle. Am Dienstag hieß es aus den Kreisen, der Vertrag von Bahnchef Hartmut Mehdorn sei trotzdem um fünf Jahre verlängert worden. Der Vorstandsvorsitzende war auch persönlich für die massiven Probleme mit dem neuen Preissystem verantwortlich gemacht worden. Stattdessen werden aber die für den Personenverkehr und dessen Marketing verantwortlichen Vorstände abgelöst, die früher bei der Lufthansa beschäftigt waren, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%