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Leichter Handelstart erwartet

Was waren die Marktteilnehmer sich Mitte vergangener Woche noch sichert: Die US-Notenbank wird die US-Zinsen morgen erneut um 50. Basispunkte senken. Produktivitätsdaten und andere Wirtschaftskennziffern hatten die Hoffnung genährt, einen Schub von der Fed zu erhalten. Doch Einzelhandelsdaten und das prognostizierte Konsumentenvertrauen für den Monat Mai machten sie am vergangenen Freitag wieder zu Nichte. Die Futures deuten auf einen leichten Handelsstart.

Sollte Notenbank Chef Alan Greenspan die Zinsen morgen trotz der guten Konjunkturdaten um 50 Basispunkte senken, dürfte es sich wahrscheinlich um die bis auf weiteres letzte Zinssenkung handeln. Die US-Wirtschaft zeigt die ersten Zeichen der Erholung. "Big Al" senkte bereits vier Mal in diesem Jahr die US-Leitzinsen, um die US-Konjunktur vor einer Rezession zu retten. Sollte Greenspan die Zinsen erneut um 50 Basispunkte senken, erreichen die US-Leitzinsen mit vier Prozent den niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

Brokerhaus Lehman Brothers schürt die morgendlich getrübte Stimmung noch. Das US-Brokerhaus senkt in den globalen Modellportfolios den Aktienanteil um zehn Prozent. Die Gewichtung von Barmitteln und Anleihen wird um jeweils fünf Prozent angehoben. Nach den jüngsten Kursgewinnen des US-Aktienmarktes sind die Ertragsaussichten von Corporate Amerika in den Kursen angemessen reflektiert, so der Investmentstratege Joseph Rooney. Vor sieben Wochen waren Aktien im Vergleich zu Anleihen noch stark unterbewertet. Der feste Aktienmarkt hat diese Bewertungslücke wieder geschlossen.

Doch nicht nur die Sorge um die möglicherweise ausbleibende Zinssenkung bewegt die Märkte am Morgen. Auch pessimistische Prognosen im Chipsektor belasten die Stimmung. In diesem Jahr wird der Umsatz der Chipindustrie mit 188 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent sinken. Das prognostiziert das Marktforschungsinstitut Gartner. Im nächsten Jahr ist nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen, der Umsatz dürfte dann nach Einschätzung der Marktforscher 213 Milliarden Dollar erreichen. Intel und Ariba notieren vorbörslich schwächer.

Unternehmensnachrichten bei Mc Donald´s, Nordstorm und Sun Trust Bank belasten die Märkte. Mc Donald´s könnte die Angst der Konsumenten vor Maul und Klauenseuche für sinkende Umsätze sorgen. Das berichtet das Anlegermagazin "Barron´s" in seiner jüngsten Ausgabe.

Nordstorm belasten schlechte Prognosen. Nachdem das Einzelhandelsunternehmen im vergangenen Quartal einen Gewinneinbruch von 25 Prozent zu verkraften hatte, sieht die Zukunft nicht besser aus. Das Unternehmen reduziert die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal und gesamte Geschäftsjahr.

SunTrust, die neuntgrößte US Bank hat ein 14,7 Milliarden Dollar Übernahmeangebot für das Bankhaus Wachovia eingereicht. Damit wird das vorliegende Fusionsangebot von First Union um 2,2 Milliarden Dollar überboten. Das Management von SunTrust will die Wachovia Aktionäre dazu bewegen, gegen eine Fusion mit First Union zu stimmen. Während die Aktie von Wachovia an Wert gewinnt, zeigen sich die Anleger von SunTrust wenig begeistert. Die Aktie verliert vorbörslich.

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