Leichtes Plus am Wachstumssegment
Zocker spekulieren auf Finanzspritze für Brokat

Am Neuen Markt wird weiter gezockt. Die Erholung der vergangenen Tage ließ zwar die leise Hoffnung aufkeimen, dass es in absehbarer Zeit wieder losgehen könnte. Doch die Tatsache, dass vor allem mit Penny Stocks und Pleite-Aktien gespielt wird, zeugt davon, dass sich die institutionellen Anleger weiterhin vornehm zurückhalten.

FRANKFURT/M. Obwohl einige Titel Kursschwankungen von über 20 % verbuchten, notierten die Kursbarometer am Mittwoch nur leicht im Plus. Der Nemax stieg bis zum Abend um 0,3 % auf 1 292 Punkte, der Nemax 50 um 1,1 % auf 1 273 Punkte. Da half auch die freundliche Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq nichts.

Zu den größten Gewinnern zählten die Papiere der finanziell angeschlagenen Brokat AG . Sie profitierten von der Phantasie um einen Einstieg oder eine Finanzspritze des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone. Obwohl die Beteiligten die von der "Wirtschaftswoche" losgetretene Spekulation nicht kommentieren wollten, verteuerten sich die Papiere um fast 57 % auf 3,50 Euro. Die Begründung klingt allerdings auch bestechend: Ein Zusammenbruch der finanziell angeschlagenen Softwareschmiede käme den Briten ungelegen, weil Brokat ihr Mobilfunknetz mit Spezialservern und einer Bezahlsoftware für das Handy ausrüsten soll. Die beiden Firmen haben im Mai einen Vertrag über 10,5 Mill. Euro unterzeichnet. Die - rein rechnerisch - noch bis zum September überlebensfähige Firma aus Stuttgart war zuvor allerdings auch schon als Appetithappen für den Siemens-Konzern oder auch IBM gehandelt worden. In beiden Fällen hatte die Aktie mit heftigen Kurssprüngen reagiert, die jeweils sehr schnell wieder zusammenschmolzen.

Ein ähnliches Schicksal droht dem Kursaufschlag von 25%, den die im Cent-Bereich notierende Aktie der amerikanischen Internetfirma Musicmusicmusic Inc . verbuchte. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, dass es in seinem Webradio künftig Titel aus dem Katalog der Plattenfirma Koch Entertainment gegen Gebühr anbieten kann. Der Katalog des Kooperationspartners umfasst den Angaben zufolge unter anderen die Alben der nicht ganz taufrischen Stars Onyx und Ringo Starr.

Dass die Papiere des Chipherstellers Dialog Semiconductor um beinahe 19 % auf 3,65 Euro anzogen, dürfte eine Folge der neuesten Erkenntnisse der Investmentbank Merrill Lynch sein. Sie geht davon aus, dass die Halbleiterbranche das Schlimmste durchgestanden hat und stufte weltweit mehrere Titel des Sektors herauf. Elmos Semiconductor legte um 0,9 % auf 19,47 Euro zu.

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