Leipzig als Standort steht nicht in Frage
BMW erhält weniger Förderung als geplant

Der Münchener Autobauer BMW kann für den Bau seines Werks in Leipzig nicht mit dem vollen Umfang der ursprünglich geplanten Subventionen von 418 Millionen Euro rechnen. Dennoch hält der Konzern nach Worten eines Sprechers an seiner Standortentscheidung fest.

Reuters BRÜSSEL/MÜNCHEN. Insgesamt seien 363 Millionen Euro - etwa 30 Prozent der Investitionssumme - an staatlicher Förderung genehmigt worden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Für weitere 55 Millionen Euro bestehe hingegen nach dem Gemeinschaftsrecht keine Grundlage.

Ein BMW-Sprecher in München bewertete die Entscheidung weitgehend positiv: "Wir begrüßen, dass die Kommission vom Grundsatz her unserer Argumentationslinie gefolgt ist." Der Autohersteller will in Leipzig rund 1,2 Milliarden Euro investieren und dort vom Jahr 2005 an den 3er BMW vom Band laufen lassen. Im strukturschwachen Freistaat Sachsen sollen dadurch rund 5000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die BMW-Aktie notierte kurz nach der Entscheidung der EU mit rund 33 Euro rund 0,8 Prozent im Minus, während der Deutsche Aktienindex knapp 0,5 Prozent im Plus lag.

"Die Europäische Kommission hat entschieden, dass Deutschland die geplanten regionalen Investitionshilfen für BMW für den Bau eines neuen Autowerks in Leipzig reduzieren muss", hieß es in der Mitteilung. Die Subventionen für BMW fließen sowohl vom Bund als auch vom Land Sachsen.

Es gebe Teilbereiche der Entscheidung, bei denen sich BMW der Argumentation der Kommission nicht anschließe, sagte ein Konzern-Sprecher. "Wir werden uns diese Unterschiede ansehen, wenn uns die Begründung der Kommission vorliegt." Ob BMW das Urteil der Kommission möglicherweise anfechten werde, wollte der Sprecher nicht sagen, fügte aber hinzu: "Leipzig als Standort steht wegen der Entscheidung nicht in Frage." BMW hatte stets erklärt, der Konzern gehe davon aus, die beantragte Fördersumme komplett zu erhalten.

Staatliche Beihilfen seien nur einer von vielen Gründen für die Wahl von Leipzig als Standort gewesen, sagte der Sprecher. Flexible Arbeitszeitmodelle, das vorhandene qualifizierte Personal sowie die gute Infrastruktur hätten ebenso eine entscheidende Rolle gespielt.

BMW will in den kommenden Jahren so viele neue Modelle wie noch nie in der Unternehmensgeschichte auf den Markt bringen und benötigt deshalb dringend neue Produktionskapazitäten. So sind für 2003 der Rolls Royce und die Neuauflage der 5er-Serie geplant. In den folgenden Jahren sollen das 6er-Coupé, der kleinere Geländewagen X3 und schließlich auch noch der 1er als Konkurrenz zum VW-Golf folgen.

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