Leitzinsen in der Euro-Zone blieben unverändert
Euro gibt Tagesgewinne bis zum Nachmittag ab

Händler zweifeln am Interventionskurs Duisenbergs. Die Einstellung zum Euro bleibt pessimistisch.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat bis zum Donnerstagnachmittag seine Gewinne wieder abgegeben, die er nach der Ankündigung der EZB, Zinseinnahmen aus ihren Devisenreserven zum Kauf von Euro verwenden, am Vormittag erzielt hatte. Händler bezweifelten, dass die von Experten als getarnte Intervention bezeichneten Transaktion den Euro langfristig stützen wird. Gegen 17.30 Uhr MESZ notierte der Euro bei 0,8617/19 $ mehr als einen US-Cent unter dem am Vormittag erreichten Tageshoch von 0,8738 $. Die Einstellung zum Euro ist Händlern zufolge weiter pessimistisch. Der Euro profitierte auch nicht von Aussagen des EZB-Chef Wim Duisenberg auf der EZB-Pressekonferenz am Nachmittag. Zuvor hatten die Währungshüter die Leitzinsen in der Euro Zone erwartungsgemäß unverändert gelassen .

Die EZB hatte am Vormittag überraschend angekündigt, sie werde ab heute in den nächsten Tagen Zinseinnahmen von umgerechnet rund 2,5 Mrd. Euro aus ihren Devisenreserven zum Kauf von Euro verwenden. Der EZB-Rat habe in seiner Sitzung am 31. August beschlossen, dass Zinseinnahmen aus Devisenreserven gegen Euro verkauft würden, um die Struktur der EZB-Bilanz aufrecht zu erhalten, hieß es weiter. Allerdings stellten diese Maßnahmen keine Intervention auf dem Devisenmarkt dar, betonte ein Sprecher der Zentralbank. Der Euro stieg nach der Ankündigung zeitweise um mehr als einen US-Cent auf sein bisheriges Tageshoch von 0,8737 $.

Analysten sagte, der Verkauf von Zinseinnahmen aus Devisenreserven gegen Euro könne die angeschlagene Währung nur kurzfristig unterstützen. Bevor die Notenbank sich nicht zu einer größeren Intervention entscheide, werde der Euro weiterhin schwach bleiben. "Der Markt hat gemerkt, dass 2,5 Mrd. Euro über mehrere Tage verteilt den Euro kurzzeitig unterstützten, das generelle Bild aber dadurch nicht verändert wird." In Zukunft sollen die Zinseinnahmen regelmäßig zum Kauf von Euro eingesetzt werden. Diese Verkäufe werden wöchentlich bekannt gegeben. Sie dürften nach Einschätzung von Analysten durchschnittlich aber nicht mehr als 50 Mill. Euro betragen.

Auch die Aussagen während der EZB-Pressekonferenz am Nachmittag konnte dem Euro Händlern zufolge nicht helfen. Duisenberg hatte gesagt, die Wechselkursentwicklung des Euro sei ein Grund zur Sorge und die EZB werde den Euro weiterhin genau beobachten. Duisenberg bekräftigte zudem, die Euro-Schwäche stünde nicht im Einklang mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten in der Euro-Zone. "Der Rede folgen keine Taten und solange die EZB nur redet, aber nicht wirklich handelt, wird der Markt enttäuscht bleiben" sagte ein Händler.

Wenig beeindruckt zeigten sich die Devisenmärkte auch von den am Donnerstagnachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten. Die Erzeugerpreise in den USA haben im August 2000 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums einen Rückgang von 0,2 % verzeichnet.

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