Leitzinsen werden vorerst nicht verändert
Rat der Europäischen Zentralbank tagt

Nahezu alle Analysten gehen davon aus, dass die Leitzinsen vorerst unverändert bleiben.

Reuters FRANKFURT. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist am Donnerstag in Frankfurt zu seiner regulären Sitzung zusammengekommen. Nahezu alle Analysten gingen im Vorfeld davon aus, dass die EZB ihre Leitzinsen bei dieser Sitzung unverändert lässt. Da aber von dem anhaltend hohen Ölpreis und dem schwachen Euro nach wie vor Inflationsrisiken ausgingen, werde die EZB voraussichtlich noch vor Jahresende die Zinsen ein weiteres Mal erhöhen, sagten die meisten Experten. Der Euro konnte am Donnerstag sein im asiatischen Handel erreichtes Drei-Wochen-Hoch von 0,8620 $ wegen Gewinnmitnahmen nicht verteidigen und kostete gegen 9.15 Uhr 0,8559/61 $. Die Entscheidung des EZB-Rates wird am Donnerstag um 13.45 Uhr MEZ erwartet.

EZB-Chef wird sich am Nachmittag zur Situation äußern

Wie nach jeder ersten Ratssitzung im Monat wird EZB-Chef Wim Duisenberg sich im Anschluss an die Sitzung ab 14.30 Uhr MEZ vor der Presse äußern. Dabei erwarten Analysten, dass sich der EZB-Chef wie schon vor zwei Wochen nach der auswärtigen Sitzung in Paris vor allem beim Thema Interventionen bedeckt halten wird.

Beim Betreten der EZB sagte das österreichische Ratsmitglied Klaus Liebscher auf die Frage, ob er über die Entwicklung an den Devisenmärkten und Zeichen einer möglichen Konjunkturverlangsamung erfreut sei: "Ich bin immer davon ausgegangen, dass der Euro Aufwärtspotenzial hat", jedoch sei die Frage, wann.

Analysten rechnen mit unveränderten Zinsen

55 der 58 von Reuters befragten Analysten rechneten im Vorfeld der EZB-Ratssitzung mit unveränderten Zinsen, zwei sagten eine Anhebung voraus. Einer sah die Wahrscheinlichkeit von unveränderten oder höheren Zinsen bei jeweils 50 %. Die Notenbank hatte erst am 5. Oktober überraschend zum siebten Mal seit November 1999 die Leitzinsen erhöht und alle drei Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Der Mindestbietungssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte liegt seitdem bei 4,75 %, die Ecksätze für den Euro-Geldmarkt betragen seitdem 3,75 beziehungsweise 5,75 %.

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