Lek-Aktien vom Handel suspendiert
Novartis scheitert mit Lek-Übernahme

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist mit der angestrebten freundlichen Übernahme des slowenischen Medikamentenherstellers Lek trotz eines in letzter Minute erhöhten Kaufpreises gescheitert.

Reuters LJUBLJANA/ZÜRICH. Lediglich 42 % der Lek-Aktionäre stimmten am Freitag auf einer ausserordentlichen Generalversammlung für das Übernahme-Angebot im Gesamtwert von gut 1,2 Mrd. sfr.

Novartis hatte noch am Donnerstag die Offerte auf 98 000 Tolar je Aktie von ursprünglich 95 000 Tolar erhöht. Das verbesserte Angebot war an die Bedingung geknüpft, dass die beiden staatlich kontrollierten Fonds KAD und SOD die angestrebte Übernahme nicht blockieren. Die Fonds, die 27,5 % an Lek halten, hatten 115 000 Tolar je Aktien gefordert.

"Ich bin sehr enttäuscht von der Abstimmung, weil unser Projekt mit Novartis die weitere Strategie von Lek unterstützt hätte," sagte Lek-Konzernchef Metod Dragonja vor Medien. Das Umfeld in Slowenien sei anscheinend noch nicht reif für solche Vorhaben sei, sagte er weiter. Es sprach aber auch von einem "konservativen Übernahmepreis".Von Novartis war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.

Übernahmechance auch für andere geringer

An der Börse verloren die Novartis-Aktien bis Mittag 0,7 % auf 59,40 sfr. Der Gesamtmarkt tendierte gut gehalten und der DJ StoxxHealthcare-Index notierte mit plus 0,1 %eine Spur höher.

Die Lek-Aktien waren an der Börse Ljubljana am Vortag bei einem Kurs von 92.010 Tolar vom Handel suspendiert worden. Die Titel haben in diesem Jahr ihren Wert gut verdoppelt, während der Standardwerteindex SBI 20 rund die Hälfte zulegte. Am Freitag brach der Markt um 4,8 % ein, weil sich mit dem Entscheid der Lek-Aktionäre die Übernahmechancen auch für andere slowenische Unternehmen verringern dürften.

Laut Analysten war Lek für Novartis vor allem wegen der Produktionskapazitäten für ein Generikums des Antibiotikums Augmentin interessant. Die Novartis-Tochter Geneva Pharmaceuticals hat vor zwei Monaten in den USA ein Generikum des 2 Mrd. Dollar-Medikaments von Glaxo-Smith-Kline lanciert.

Formell hatte die Generalversammlung über die Abschaffung der Lek-Statuten zu entscheiden, wonach ein Aktionär höchstens mit 15 % der Aktienstimmen abstimmen kann. Für diese Statutenänderung wäre eine Mehrheit von 75 % der anwesenden Aktienstimmen erforderlich gewesen.

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