Leser fordern positivere Einstellung
Umfrage: Mehrheit der Leser erwartet keine Rezession

"Klar steuern wir auf eine Rezession", glaubt Handelsblatt.com-Leser Manfred Seiler. Der gleichen Meinung sind 39 % von 2950 Lesern, die an der Umfrage von Handelsblatt.com teilgenommen haben. 9 % antworteten auf die Frage: "Rechnen Sie mit einer Rezession in Deutschland?" mit "vielleicht".

HB DÜSSELDORF. Zwar glaubt die Mehrheit der Befragten, nämlich 52 %, nicht an eine Rezession in Deutschland, doch mit dem politischen Kurs der Regierung in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation sind viele nicht einverstanden.

Peter Putthoff ist zum Beispiel der Auffassung, dass Bundeskanzler Schröder "endlich den Mut haben sollte, auf die Wirtschaftsweisen zu hören und die Steuerreform vorzuziehen". Der Mittelständler hatte vor wenigen Tagen per E-Mail eine Werbung für Weihnachtsartikel an 5000 mittelständische Firmen und Kunden verschickt und nach eigener Einschätzung gute Preise gemacht. Der Rücklauf sei jedoch erschreckend, so etwas habe er in 35 Jahren Selbstständigkeit noch nicht erlebt. "Man könnte meinen, Weihnachten fällt aus", bemerkt er frustriert.

Positive Einstellung gefordert

"Wir alle tun gut daran, unruhige Zeiten nicht noch schlechter zu reden als sie wirklich sind", erklärt Gerd Krüger. Er sei fest überzeugt, dass wir gemeinschaftlich auch diese Krise meistern werden. "Wenn ich heute einen Wunsch frei hätte", so Krüger, "würde ich mir wünschen, dass wir trotz aller negativen Meldungen zu einer positiven Berichterstattung kommen würden." Seiner Meinung nach braucht der Mensch für positives Verhalten positive Einflüsse. Winrich Kuchenbäcker glaubt, dass man eine Rezession herbeireden kann."

Gleicher Meinung ist Matthias Schäfer. Der erste Schritt auf dem Weg in eine Rezession sei, diese überhaupt zu thematisieren. Er begründet dies damit, dass dadurch alle Marktteilnehmer verunsichert und zum Sparkurs geradezu aufgefordert werden. "Wenn man also eine Rezession vermeiden will", so Schäfer, "gelingt das nur über eine positive Berichterstattung und durch das Setzen positiver Signale." Die Konsumbereitschaft werde nämlich insbesondere dadurch erhöht, daß der Verbraucher kein schlechtes Gewissen beim Kauf haben müsse, weil er sich auch für die Zukunft ausreichend sicher fühlt.

"Kleine Delle" statt Rezession

Ebenfalls mit keiner Rezession rechnet Gerhard Stahr, er spricht lieber von einer "kleinen Delle". Aus Wien kommt ebenfalls ein positiver Blick in die Zukunft. Alfred Neumaier fordert alle Investoren auf, gerade jetzt zu starten. Zudem erwartet er sich von einer EU-Osterweiterung zusätzlich konjunkturelle Impulse.

Leser Hans H. beklagt zudem, dass es in den 90er Jahren versäumt worden sei, notwendige Reformen der Sozialversicherungssysteme durchzuführen und die Staatsquote zu senken. Er prognostiziert eine Rezession und 4,5 Mill. Arbeitslose Mitte 2002.

Dirk Hilgers begrüßt grundsätzlich die ruhige Hand des Kanzlers. Die Regierung müsse sich aber dennoch den Vorwurf gefallen lassen, dass unsere europäischen Nachbarn wesentlich besser auf die weltwirtschaftliche Entwicklung reagiert hätten. Sein Fazit: "Nicht die Konjunktur zu Tode analysieren, sondern mit Köpfchen und Arbeit zum Erfolg!"

H-J. Rudolph fasst die Lesermeinungen passend zusammen: "Wenn man sich auf Depression konzentriert, wird man irgendwann auch depressiv!"

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