Leserumfrage
Zeitungskrieg: "20 Minuten Köln" zieht positive Zwischenbilanz

Das kostenlose Blatt des norwegischen Schibsted-Konzerns sieht sich auf dem richtigen Weg.

Reuters KÖLN. Nach dem vorläufigen Ende des "Kölner Zeitungskrieges" haben die Macher der kostenlosen Tageszeitung "20 Minuten Köln" eine positive Bilanz der ersten Erscheinungsmonate gezogen. "Wir liegen bei der Gesamt- Reichweite aller Tageszeitungen in Köln auf dem dritten Platz", sagte Norbert Spindler, Prokurist bei "20 Minuten", am Donnerstag in Köln. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Leseranalyse, die das zum norwegischen Schibsted-Konzern gehörende Blatt bei der Offenbacher Marplan Forschungsgesellschaft und der Czaia Marktforschung in Bremen in Auftrag gegeben hatte. Danach hat "20 Minuten" derzeit einen Bekanntheitsgrad von 92 % bei der Kölner Bevölkerung.

Mit den kostenlosen Zeitungen seien neue Konsumentengruppen gewonnen worden."Der Lesermarkt hat sich um 12,6 auf 83,2 % ausgeweitet", sagte Spindler. In rund zwei Jahren wolle "20 Minuten" die Gewinnzone erreichen. Zudem sei langfristig geplant, auch in anderen deutschen Großstädten eine eigene kostenlose Zeitung mit starker lokaler Ausrichtung zu etablieren.



Nach dem Start von "20 Minuten" im vergangenen Dezember hatte die etablierte Konkurrenz zunächst ein fünfwöchiges Verteilungsverbot erwirkt. Ob kostenlose Tageszeitungen in Deutschland die Pressefreiheit gefährden und gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen, muss nun der Bundesgerichtshof entscheiden. Ein Urteil wird jedoch in frühestens drei bis fünf Jahren erwartet. In erster Instanz hatte das Kölner Oberlandesgericht zu Gunsten von "20 Minuten" entschieden.

Mit einer Gesamt-Reichweite von 150 000 Personen lag "20 Minuten" laut Leseranalyse deutlich hinter dem vom Verlag DuMont Schauberg vertriebenen "Kölner Stadt-Anzeiger" mit 323 000 sowie dem "Express" mit 172 000 Personen. Allerdings erreichte das Blatt laut Untersuchung mehr Menschen als die ebenfalls kostenlos verteilten Konkurrenten "Köln Extra" (Axel Springer/124 000) sowie "Kölner Morgen" (DuMont Schauberg/116 000). Die zweite Abonnementszeitung "Kölnische Rundschau" kam auf eine Reichweite von 56 000. "Die Zahlen sind ein Beleg dafür, dass das Genre kostenlose Zeitung funktioniert", sagte 20-Minuten-Chefredakteur Klaus Kelle. Bei den 14- bis 29-Jährigen ergab die Studie für "20 Minuten" Platz eins bei der Gesamt-Reichweite. Damit sei es gelungen, sich "in der Gruppe der jungen mobilen Großstädter zu etablieren", sagte Spindler.

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