Archiv
Lets go offshore

Immer mehr Arbeitsplätze wandern in Ausland. Das ist ein Trend nicht nur in Deutschland, sondern auch in den angelsächsischen Ländern. Ein Trend nicht ohne Gefahren für die Industrie.

Nicht nur der Kanzler und seine Kollegen mögen sich fragen, wo all die Jobs in Deutschland geblieben sind. Auch die Regierung in einem ökonomisch vielfach als Vorbild geltenden Staat - Amerika - plagt genau diese Frage. Auch hohes Wachstum und ein flexibler Arbeitsmarkt schützen dort nicht vor dem Verlust von Jobs. Warum?

Die Antwort lautet: Offshoring - die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer. Und es ist eine schnell wachsende Zahl von Arbeitsplätzen. Experten rechnen damit, dass 3,3 Millionen US-Jobs bis 2015 in Billiglohnländer wandern würden. Verlagert werden längst nicht mehr nur Call-Center oder einfache Verwaltungsaufgaben, verlagert werden mittlerweile auch Analysten-Arbeiten und Teile der Forschung und Entwicklung.

Amerika ist mit einem Marktanteil von 70 % der größte Nachfrager solcher Dienstleistungen, gefolgt von England. Doch auch die deutsche Industrie ist nicht untätig. Sie hat nach einer Untersuchung der Bundesbank seit 2000 rund 2,4 Millionen Stellen im Ausland geschaffen. Für den US-Ökonom Stephen Roach bedeutet das: auch starke wirtschaftliche Aufschwungbewegungen werden keine oder kaum neue Jobs schaffen. Und Professor Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut glaubt, dass 4,5 Millionen deutsche Arbeitsplätze im Vergleich mit Osteuropa nicht mehr wettbewerbsfähig sind.

Die massive Verlagerung von Arbeit birgt Gefahren für die Firmen, die sie verlagern. Sie müssen nicht nur sicherstellen, dass Unternehmenskultur und Qualität gewahrt bleiben. Sie müssen sich auch fragen, wie sie bei abnehmender Bedeutung der Heimatbasis in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben können.

Wollen Sie mit diskutieren, uns Ihre Meinung schreiben? hb.bottom-line@vhb.de

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%