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Letzte EM-Prüfung für DFB-Auswahl

Kaiserslautern (dpa) - Rudi Völler fordert bei der EM-Generalprobe einen überzeugenden Sieg, doch am Tag vor dem Kräftemessen mit Ungarn in Kaiserslautern beschäftigte sich der Teamchef vornehmlich mit dem Ernstfall in Portugal.

Kaiserslautern (dpa) - Rudi Völler fordert bei der EM-Generalprobe einen überzeugenden Sieg, doch am Tag vor dem Kräftemessen mit Ungarn in Kaiserslautern beschäftigte sich der Teamchef vornehmlich mit dem Ernstfall in Portugal.

Während Bundestrainer Michael Skibbe das Abschlusstraining für die Partie im Fritz-Walter-Stadion leitete, nahm Völler in Amsterdam den EM-Auftaktgegner Niederlande bei dessen Generalprobe gegen Irland persönlich in Augenschein.

«Wir wollen nach dem Spiel gegen Ungarn mit breiter Brust nach Portugal fahren. Das ist die letzte Prüfung vor der EM», gab Völler zuvor die Losung für sein 50. Länderspiel als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft aus. Der DFB-Tross hatte nach elf Trainingstagen seine Zelte im Schwarzwald abgebrochen und fuhr mit dem Mannschaftsbus weiter in die Pfalz.

Völler zog ein hochzufriedenes Fazit nach dem ersten Teil der EM-Vorbereitung. «Das hat mir vom ganzen Ablauf her gefallen. Die Mannschaft hat gebrannt», rühmte der Teamchef die körperliche Verfassung und den Teamgeist in seinem Personal. Auch die Spieler betonten, wie wichtig die Trainingstage für den inneren Zusammenhalt waren. «Wir sind inzwischen eine richtige Mannschaft», sagte der Berliner Turnier-Neuling Arne Friedrich.

Nach den Erfolgen gegen Malta (7:0) und beim EM-Mitkonkurrenten Schweiz (2:0) erhofft sich Völler gegen die Magyaren, deren Noch-Trainer Lothar Mathäus nach einer Flut von Absagen nur noch eine Verlegenheitsmannschaft aufbieten kann, einen weiteren Erfolg ohne Gegentor. Deshalb wird mit Arne Friedrich, Christian Wörns, Jens Nowotny und Philipp Lahm erneut die erste Abwehrreihe auflaufen, die auch am 15. Juni in Porto Hollands Sturmasse Ruud van Nistelrooy, Roy Makaay, Patrick Kluivert oder Pierre van Hooijdonk in Schach halten soll. Auch im Tor gibt es mit Kapitän Oliver Kahn, der 90 Minuten zwischen den Pfosten stehen soll, keine Experimente.

Offen ließ Völler einen Tag vor dem Anpfiff der Neuauflage des denkwürdigen WM-Endspiels von 1954 die Besetzung der Kreativ- und Offensiv-Abteilung. Torsten Frings, der zuletzt in der Schweiz eine schöpferische Pause erhalten hatte, wird wohl wieder in die Startelf zurückkehren. Im Angriff hofft Völler, dass nach dem zweifachen Schweiz-Torschützen Kevin Kuranyi nun auch dessen Sturmpartner Miroslav Klose das ersehnte Tor-Erlebnis vor der EM erhält. «Wenn Miro an alter Wirkungsstätte nachlegen würde, wäre ich auch nicht traurig», meinte Völler. «Ich möchte in jedem Spiel spielen, ganz besonders gern in Kaiserslautern», sagte Klose, für den der Auftritt zugleich auch die Abschiedsvorstellung auf dem ausverkauften Betzenberg vor dem Wechsel zu Werder Bremen ist.

Die beiden nachnominierten Neulinge Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger werden sich die Partie zunächst von der Reservebank aus anschauen und allenfalls in der Schlussphase zu ihren Länderspiel-Premieren kommen. Vor allem der seit dem 4. Juni 19-jährige Podolski gab in den ersten beiden Trainingseinheiten mit den etablierten Kollegen mächtig Gas und zeichnete sich beim 2:1-Sieg der Leibchen-Elf (Torschützen Klose und Ballack) im Trainingsspielchen gleich als Schütze des Ehrentores aus. Damit setzte das Talent von Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln gleich Völlers Devise in die Tat um: «Die Jungen sollen auf dem Trainingsplatz selbstbewusst auftreten.»

«Die Politik, die Rudi betreibt, halte ich für sehr gut. Es war von Anfang an so, dass er junge Spieler dazu genommen und getestet hat», kommentierte Verbands-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder die Verjüngungskur im DFB-Aufgebot, in dem gleich fünf Spieler noch im U21-Alter sind: «Rudi hat eine gute Mischung aus jugendlichem Ungestüm und Erfahrung gefunden.» Der traut der DFB-Chef den Einzug ins EM-Halbfinale, zumindest aber das Weiterkommen ins Viertelfinale zu: «Wir werden die Vorrunde überstehen. Wir werden entweder gegen die Niederlande oder gegen Tschechien gewinnen.»

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