Letzte Meile zum Telefonkunden wird billiger
Telekom-Regulierer senkt Preise

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom AG müssen für die "letzte Meile" zum Telefonkunden künftig etwa eine Mark weniger pro Monat zahlen. Bisher betrug die Miete 25,40 DM. Wie die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Freitag in Bonn entschied, kann die Telekom auf der so genannten letzten Meile künftig einen Preis von 24,40 Mark (12,53 Euro) verlangen.

HB DÜSSELDORF. Bislang berechnete der Ex-Monopolist 25,50 Mark. Gleichzeitig senkte die Behörde die Gebühren für den Wechsel eines Kunden von der Telekom zur Konkurrenz. Dagegen erlaubte die Behörde der Telekom weiter, ihren T-DSL-Tarif für einen schnellen Zugang zum Internet anzubieten. Wettbewerber werfen der Telekom vor, hier den Kunden Dumpingpreise zu bieten, um diesen zukunftsträchtigen Markt zu besetzen.

Der neue Telekom-Regulierer Matthias Kurth bleibt mit der Preissenkung für die letzte Meile hinter den Erwartungen der Konkurrenz zurück, die 17 DM für kostendeckend hält. Die Telekom wiederum hatte 34 DM Monatsmiete und 50 % höhere Umschaltkosten gefordert. Ab September können Konkurrenten auch Telefonanschlüsse der Telekom nur für Datendienste wie DSL mieten, während der Telefonanschluss bei der Telekom bleibt. Der Anschluss wird also geteilt. Gleichzeitig erlaubt der Regulierer der Telekom die von Wettbewerbern als Dumping-Preise kritisierten T-DSL-Tarife. Die Preise seien gerechtfertigt, damit der neue Markt für schnelle Internetzugänge entstehe. Die Telekom sicherte zu, bis Sommer alle Aufträge der Wettbewerber für Letzte-Meile-Anschlüsse abzuarbeiten.

Zu Preissenkungen beim Endkunden dürfte in jedem Fall das so genannte Reselling im Ortsnetz führen, zu dem die Telekom nun innerhalb von drei Monaten gleichfalls verpflichtet wurde. Damit muss das Unternehmen Wiederverkäufern Ortsnetzleitungen im großen Stil vermieten und entsprechende Rabatte gewähren. Üblich sind bei solchen Geschäften Preisnachlässe von ungefähr 20 Prozent. Nach Abzug von Kosten des Wiederverkäufers und seiner Gewinnmarge könnten nach Expertenschätzungen Preisnachlässe von fünf Prozent beim Endkunden herauskommen. Die Telekom hatte das Reselling bislang abgelehnt. Beschwerde dagegen hatte bei der Regulierungsbehörde die Firma debitel eingelegt.

Der bisherige T-DSL-Tarif, mit dem Kunden zwölfmal schneller im Internet surfen können als mit einer ISDN-Leitung, sei «regulatorisch nicht zu beanstanden», betonte die Behörde. Dagegen verpflichtete sie die Telekom innerhalb von zwei Monaten das so genannte Line-Sharing anzubieten. Dabei wird eine herkömmliche Telefonleitung in einen Sprach- und einen Datenkanal geteilt. Damit können künftig etwa Internet-Anbieter nur einen Datenkanal mieten und dafür auch entsprechend weniger bezahlen. Bislang musste die ganze Leitung gemietet werden.

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