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Letzte Vorstellung bei GE

Im Übernahmezirkus um die Fusion von General Electric und Honeywell hieß es am Morgen zum letzten Mal "Manege frei". Nun ist die letzte Vorstellung vorbei. Zirkusdirektor und Wettbewerbskommissar Mario Monti hat entschieden: Die beiden Mischkonzerne General Electric und Honeywell werden in Europas Manege nicht gemeinsam auftreten.

Damit

verhindern die EU-Wettbewerbswächter erstmals eine Fusion zwischen zwei US-Unternehmen, die bereits von den US-Behörden grünes Licht bekommen hatte. Schon heute soll es bei beiden Konzernen personelle Konsequenzen geben: Honeywell-Chef Michael Bonsignore wird voraussichtlich seinen Posten verlieren, wie das Wall Street Journal spekuliert. Für GE-Chef Jack Welch sollte die Fusion ohnehin die letzte Amtshandlung sein. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte die 47 Milliarden Dollar schwere Übernahme abgelehnt, weil er fürchtete, dass der neue Konzern in den Bereichen Flugzeug-Leasing und Flugzeugelektronik den Markt dominieren könnte. Kursgewinne bei Honeywell könnten heute einen Teil der Punkteverlusten im Dow Jones Index ausgleichen. Spekulationen über andere potenzielle Übernahmekandidaten treiben die Aktie über drei Prozent ins Plus. GE büßt dagegen an Wert ein.

Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index notieren im Minus. Vor allem Software- und Ölwerte notieren schwächer. Softwareaktien haben unter Gewinnwarnungen und schlechten Kommentaren unter anderem aus dem Hause J.P. Morgan zu leiden. Auch Pharmawerte notieren schwächer. Mit großem Handelsvolumen dürfte heute nicht zu rechnen sein, meinen die Händler. Denn angesichts des bevorstehenden "Independence Day" freuen sich die Marktteilnehmer heute über einen verkürzten Handelstag. New Yorks Aktienmärkte schließen den Handel bereits um 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ). Morgen bleibt die New York Stock Exchange geschlossen.

Der größte Verlierer unter den Dow Jones Werten ist im frühen Handel die Aktie von DuPont. Neben Rational Software und I2 Technologies wird auch DuPont mit seinem Geschäftsergebnis im zweiten Quartal enttäuschen. Statt der erwarteten 53 Cents pro Aktie wird der Gewinn höchstens 45 Cents pro Aktie betragen. Der zweitgrößte US-Chemiekonzern wird nur einen halb so hohen Gewinn ausweisen können wie noch im Vorjahresquartal. Das Management machte die schlechte Wirtschaftslage in den USA und den Auslandsmärkten verantwortlich. Bereits am vergangenen Freitag warnte Branchenkollege Dow Chemical vor schlechten Quartalszahlen. Der US-Chemieprimus machte die nachlassende Nachfrage nach Chemieprodukten dafür verantwortlich. Eastman Chemicals veröffentlichte gestern ebenfalls eine Gewinnwarnung.

Eher schwächer notieren am Dienstag die Aktien der Pharmaindustrie. Die Branche blickt auf ein schwaches zweites Quartal zurück. In den abgelaufenen drei Monaten hat der Sektor zehn Prozent schwächer performt als der S&P 500 Index. Negative Nachrichten und ein relativ schwaches Preisgefüge haben Pharmawerte belastet. Für das dritte Quartal rechnen die Analysten von Goldman Sachs nicht mit einer Verbesserung. Bis zum Herbst würden der Branche die Impulse fehlen. Die Zulassung neuer Medikamente oder die Markteinführung neuer Präparate stünde nicht an. Dennoch zählen Merck und Eli Lilly nach wie vor zu den Favoriten der Analysten.

Schwächer präsentieren sich auch die Aktien von Flextronic und Motorola. Der zweitgrößte Elektronikkonzern und Motorola verhandeln erneut über einen 30-Millionen Dollar-Deal. Wegen der schwächeren Nachfrage auf dem Mobiltelefonmarkt wird nun nachverhandelt. Flextronic sollte den zweitgrößten Mobiltelefonhersteller über fünf Jahre mit Elektronikkomponenten für Mobiltelefone und Pager versorgen. Die Analysten von Goldman Sachs bestätigen die Aktie von Flextronic auf der Empfehlungsliste.

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