Letzter Polizei-Käfer
"Kommissar Herbie" läuft und läuft

In Bremerhaven ist bundesweit der letzte VW-Käfer im Polizeidienst.

ddp BREMERHAVEN. "Kommissar Herbie" aus Bremerhaven hat bald Dienstjubiläum auf vier Rädern. Im nächsten Jahr ist er 30 Jahre im Einsatz. "Herbie" ist bundesweit der letzte VW-Käfer im Polizeidienst. "Kommt aber noch immer gut aus den Schluffen", sagt Polizeisprecher Michael Rißmüller. Nur vom Streifendienst ist der Fast-Oldtimer inzwischen befreit. Zu eng - "da passt hinten kein Festgenommener mehr rein", sagt Rißmüller.

In der Regel werden Polizeifahrzeuge alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht. "Kommissar Herbie" hingegen hat die neuen Bremerhavener Modelle alle überlebt. Der Käfer ist robust. "Nix dran, der läuft und läuft", sagt Polizeisprecher Hans-Jürgen Lamberti. Jetzt gehört der Wagen "zur Familie" der Bremerhavener Polizei. Als "Imageträger". Weil alle immer staunen und stehen bleiben und sagen: "Mensch Mutti, weißte noch..."

Der "Kommissar" ist tannengrün, hat vorn und hinten einen dezenten Polizei-Aufkleber, verchromte Stoßstangen, auf dem Dach zwei kleine Lautsprecher und ein Blaulicht. Unter seiner Haube arbeiten wacker 44 PS bei 1 300 Kubik Hubraum. Und wenn "Herbie" zu seinen besten Zeiten so richtig aufdrehte, "dann qualmte der Asphalt", sagt Albert Marken. Der Polizei-Abteilungsleiter Nord hat selbst locker 150 Einsätze mit dem Käfer gemacht. In den 70ern war der Wagen für den "Kommissar vom Dienst" reserviert. Das heißt, er musste raus, wenn es brannte. "Bei dicken Fischen", sagt Marken. Dann war er mit dem Wagen genauso schnell am Einsatzort wie die Feuerwehr.

Heute lässt es "Kommissar Herbie" ruhiger angehen und kümmert sich um den Nachwuchs. Der Käfer ist zur Verkehrserziehung an Schulen im Einsatz. Verschiedene Lehrer haben schon Kaufangebote abgegeben, wie Marken sagt. Aber wenn "Herbie" wirklich mal gehen sollte, dann nur in ein Museum.

Richtig knapp wurde es für "Herbie" vor fünf Jahren. Damals gab es eine so genannte Kosten-Nutzen-Analyse bei der Polizei der Seestadt. Und in der hat der blecherne "Kommissar" nicht besonders gut abgeschnitten. Die Schrottpresse schwebte bedrohlich nah über "Herbie". Da haben die Polizisten um ihren Käfer gekämpft. "Wir hängen mit Herzblut an dem Wagen", sagt Lamberti.

Die "harte Überzeugungsarbeit" hatte Erfolg. Anfang dieses Jahres konnten sogar 5 000 Euro für eine Groß-Restaurierung locker gemacht werden. "Herbie" wurde in seine Einzelteile zerlegt, dann wurde wochenlang geschraubt und geschweißt. Damit der "Mythos", wie ihn Lamberti nennt, weiter fährt. Die Kur ist ihm richtig gut bekommen. Jetzt strahlt "Herbie" wieder wie neu. Ein paar Jahre muss der Käfer nämlich noch halten. Im Jahr 2005 nämlich will Bremerhavens Polizeidirektor Michael Viehweger an seinem letzten Arbeitstag mit dem VW erst noch in Pension fahren.

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