Letzter Reaktor soll planmäßig am 15. Dezember abgeschaltet werden
Kiew droht mit Verzögerung von Tschernobyl-Schließung

dpa-afx KIEW. Die Ukraine hat gedroht, die Schließung des letzten Atomreaktors in Tschernobyl bis April 2001 hinauszuzögern, sollte die internationale Gemeinschaft ihre Versprechen zur Finanzierung der Schließung nicht einhalten. Eine Verzögerung der Schließung von Reaktorblock drei bis zum Ende der Heizperiode werde "geprüft", sagte ein leitender Mitarbeiter der Betreibergesellschaft Energoatom in Kiew.

Die Ukraine hatte 1995 zugesagt, Tschernobyl im Gegenzug für finanzielle Hilfen in Höhe von rund 2,3 Mrd. $ (5,3 Mrd. DM) zu schließen. Ein Teil dieser Mittel soll für den Bau von zwei Reaktoren im Westen der Ukraine verwendet werden. Erst im September hatte Präsident Leonid Kutschma beim EU-Gipfel in Paris bekräftigt, der letzte Reaktor werde am 15. Dezember vom Netz genommen.

Beim bislang schlimmsten Unfall in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie explodierte am 26. April 1986 der vierte Reaktor des Atomkraftwerks in Tschernobyl. Durch radioaktive Niederschläge wurden die Ukraine, Weißrussland und Russland stark verseucht. Auch in Westeuropa gingen radioaktive Niederschläge nieder. Nach inoffiziellen Schätzungen kamen durch die Explosion des vierten Reaktors mehr als 15 000 Menschen ums Leben. Inzwischen ist in Tschernobyl nur noch Reaktor drei am Netz. Der Unglücksreaktor vier wurde mit einer Betonhülle eingeschlossen, die dringend saniert werden muss.

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