Letzter Tag eines schwachen Börsenjahres
Dax tendiert fester

Am letzten Handelstag des schwachen Börsenjahres 2001 hat der Deutsche Aktienindex (Dax) bei extrem dünnen Umsätzen knapp ein Prozent zugelegt, dennoch seit Jahresbeginn rund 20 % nachgegeben.

Reuters FRANKFURT. "2001 war ein turbulentes und mieses Jahr an der Börse mit extrem starken Schwankungen", sagte Thomas Lang, Chef-Aktienhändler und Vorstand beim Handelshaus Lang & Schwarz. "Viele haben sich die Finger verbrannt und gemerkt, dass die Börse keine Einbahnstraße ist." Im nächsten Jahr werde es aber voraussichtlich besser werden. "Die ersten konjunkturellen Aufschwungszeichen sind bereits erkennbar", fügte Lang hinzu.

Am Freitag, dem letzten Handelstag des Jahres 2001, legte der Dax bis zum späten Vormittag 0,65 % auf 5 150 Punkte zu. Allerdings verwiesen Händler und Fondsmanager auf die extrem dünnen Umsätze am Markt. "Das Börsenvolumen kann derzeit nicht das vorhandene Geld aufnehmen", sagte Eicke Reneerkens, Fondsmanager bei Union Investment. Die Union-Fonds seien derzeit kaum am Markt aktiv. "Das lohnt sich erst wieder im Januar, wenn die Liquidität wieder ansteigt."

Am Neuen Markt tendierte der Auswahlindex Nemax-50 kaum verändert bei 1 140 Punkten. Seit Anfang Januar haben die Blue Chips des Wachstumssegmentes rund 60 % ihres damaligen Wertes verloren. Der MDax für mittelgroße Werte legte 0,66 % auf 4290 Punkte. Damit haben sich die deutschen Nebenwerte mit einem Kursabschlag von rund acht Prozent seit Jahresbeginn noch am besten geschlagen.

Im Mittelpunkt des Dax-Handels standen unter anderem die Papiere von Epcos , die um mehr als drei Prozent anzogen. Händler sagten, bei den dünnen Umsätzen sei der Aufschwung nicht sehr aussagekräftig. Fundamental stehe nichts dahinter. Am Vormittag wurden lediglich 80 000 Epcos-Stücke auf Xetra gehandelt.

Fester präsentierten sich auch die Anteilsscheine des Chip-Herstellers Infineon , die sich um 1,41 % auf 23,04 Euro verteuerten. Der Infineon-Konkurrent AMD aus den USA hatte am Vortag von einer Analysten-Hochstufung profitiert und mehr als drei Prozent zugelegt.

Die Aktie des Berliner Pharmakonzerns Schering tendierte gut behauptet bei 59,96 Euro. Schering will 2002 eine "Traumbilanz" vorlegen und den Jahresüberschuss auf rund 1,1 Mrd. Euro steigern, sagte Finanzvorstand Klaus Pohle der "Börsen-Zeitung".

Auf der Seite der Kursverlierer ragten die Titel der Metro heraus, die um 1,41 % auf 39,93 Euro nachgaben. Der deutsche Großhandelsumsatz ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 10,7 % zurückgegangen.

Der deutsche Kassamarkt wird am Freitag nach Börsenangaben um 14 Uhr schließen.

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