Leverkusen feiert
Verflixter 7. Spieltag für Bayern und Schalke

Während Bayern und Schalke die erste Saisonschlappe hinnehmen mußten, feiert Werder "Wiederauferstehung". Mit 4:1 besiegten die Bremer den VfL Bochum.

HB/dpa DÜSSELDORF. Für das "weiße Bayern-Ballett" war es ein schwarzer Tag, für das am Boden liegende Bayer-Team ein Feiertag. Beim "Gift-Gipfel" gegen den Vizemeister aus Leverkusen wurde der Alleingang des Rekordmeisters aus München abrupt gestoppt. Die erste Bundesliga-Niederlage seit dem 6. Februar schlug dem Tabellenführer mächtig aufs Gemüt. "Viele spielen unter ihren Möglichkeiten. Das muss sich ganz schnell ändern, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen", klagte der Münchner Vorstands-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Aber nicht nur der bisher souveräne Spitzenreiter behält den verflixten 7. Spieltag in schlechter Erinnerung: Auch Pokalsieger Schalke 04 kassierte beim 1:2 in Bielefeld die erste Saisonschlappe.

Werder Bremen ist Bayern-Jäger Nummer 1


Bayern-Jäger Nummer 1 ist seit Sonntag Werder Bremen. Die Hanseaten gewannen bei Wiederaufsteiger VfL Bochum 4:1 und holten damit aus den zurückliegenden vier Spielen die Maximalausbeute von 12 Zählern. Ailton traf gleich zwei Mal. Sein Tor zum 3:1 war für den Brasilianer der 50. Bundesligatreffer. Die zweite Sonntags-Partie zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern entschieden die Franken mit 1:0 für sich. Die "Roten Teufel" blieben auch im vierten Spiel unter Trainer Eric Gerets ohne "Dreier" und sind als einziges Team noch ohne Sieg. Ratinho (86.) vergab für die Lauterer einen Elfmeter.

Den FC Bayern erwischte es nach den enttäuschenden Auftritten in der Champions League nun auch in der Liga. Obwohl Leverkusen ab der 36. Minute ohne den mit Gelb-Rot vom Platz gestellten Thomas Brdaric auskommen musste, fand der Titelfavorit kein Rezept. Die rüde Gangart der beiden technisch versierten Teams machte aus der erwarteten Gala laut Rummenigge eine unansehnliche Partie nahe der Schmerzgrenze: "Das Niveau war furchtbar. Es war eine Hackerei, wie ich sie noch nie erlebt habe."

Toppmöller: "Man hat die Befreiung nach dem Abfiff gesehen"


68 Fouls, Gelb-Rot für Brdaric und ein Ausraster von Bayern-Keeper Oliver Kahn sorgten für mehr Gesprächsstoff als die verunglückte Rückkehr der Bayern-Profis Michael Ballack und Zé Roberto in die BayArena. Ungeachtet der hitzigen Diskussionen atmete der zuletzt glücklose Bayer-Coach Klaus Toppmöller tief durch: "Man hat die Befreiung nach dem Abpfiff gesehen. Alle haben sehnsüchtig auf das Erfolgserlebnis gewartet."

Wie die Bayern konnte auch Schalke aus einer Überzahl kein Kapital schlagen. Aufsteiger Arminia Bielefeld behielt trotz des Platzverweises für Artur Wichniarek (56.) den Überblick und sorgte beim Revierclub für große Ernüchterung. Die erste Pleite seit seinem Amtsantritt verärgerte Schalke-Trainer Frank Neubarth maßlos: "Die Chance, den Bayern auf den Pelz zu rücken, haben wir mit Füßen getreten und nach dem Platzverweis nur noch Standfußball gespielt."

Borussia Dortmund zweiter Bayern-Verfolger

Zum zweiten hartnäckigen Bayern-Verfolger neben Bremen wird Titelverteidiger Borussia Dortmund. Wie schon im Finale der vergangenen Meister-Saison arbeitet sich das Team von Matthias Sammer mit glanzlosem, aber erfolgreichem Fußball langsam vor. Ewerthons Siegtor (85.) zum schmeichelhaften 1:0 über Borussia Mönchengladbach erinnerte Manager Michael Meier an die Tage im Mai: "Das war ein Spieltag wie im Wunschkonzert. Die Mannschaft hat schon in der vorigen Saison bewiesen, dass sie in brenzligen Situationen nicht die Nerven verliert."

Zufriedene Gesichter gab es auch in Hamburg, Hannover und Wolfsburg. Mit seinem "Doppelpack" zum 3:2 des Hamburger SV über den VfB Stuttgart sicherte der Argentinier Bernardo Romeo vorerst den Arbeitsplatz von Kurt Jara. Ungeachtet der unüberhörbaren "Jara- raus"-Rufe der Fans machte sich Angreifer Sergej Barbarez für den umstrittenen HSV-Trainer stark: "Jara macht sehr gute Arbeit. Ich hoffe, er bleibt lange hier."

Wie Romeo trat auch Fredi Bobic positiv in Erscheinung. Der in Dortmund ausgemusterte Torjäger erzielte beim 2:1-Sieg seines neuen Clubs Hannover 96 in Rostock schon den vierten Treffer im vierten Spiel. "Ich wusste immer, was ich kann. Auch in Dortmund hatten die Jungs Respekt vor meiner Leistung", meinte Bobic, der seinem Team fast im Alleingang etwas Luft im Abstiegskampf verschaffte. Davon kann in Cottbus keine Rede sein: Nach dem 0:1 gegen Wolfsburg und der dritten Heimschlappe dieser Saison geht das Team von Trainer Eduard Geyer schweren Zeiten entgegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%