Leverkusen ist auf Abstieg vorbereitet
Calmund bastelt an neuer Bayer-Elf

Bayer 04 Leverkusen ist für den Ernstfall Bundesliga-Abstieg gewappnet und plant zugleich für eine bessere Zukunft.

HB/dpa LEVERKUSEN. Der am Montag bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgegebene Lizenzantrag des um den Klassenverbleib kämpfenden deutschen Vizemeisters für die Saison 2003/2004 enthält auch die Kalkulation für die 2. Liga. "Wir müssen auch mit dem Supergau rechnen und sind für alle Fälle gerüstet", erklärt Bayer-Manager Reiner Calmund.

Nach vereinsinternen Berechnungen müsste mit Mindereinnahmen von rund zehn bis 15 Millionen Euro kalkuliert werden. Fehlen würde auch das große Europacup-Geld - als Champions-League-Finalist 2001/2002 kassierten die Leverkusener etwa 33 Millionen Euro und nach dieser Saison etwa die Hälfte. Der Auftritt am Mittwoch gegen Inter Mailand war der letzte für mindestens 17 Monate. Eine Abstiegs-Versicherung hilft nur Ausfälle an Sponsorengelder zu kompensieren. "Wir denken aber gar nicht an Abstieg", sagt Calmund.

Der Werksverein will nicht nur den Fall in die Zweitklassigkeit verhindern, sondern plant bereits für die Zukunft. "Wir wollen der Mannschaft ein neues Gesicht geben, mit jungen Spielern und einigen bewährten Kräften", kündigt Calmund - auch mit Blick auf die finanzielle Situation - an. Eine Reihe von hoffnungsvollen Talenten hat er längst an der (Vertrags-) Angel, und mit dem neuen Chefcoach und ehemaligen Regionalliga-Trainer Thomas Hörster einen Mann, der den Nachwuchs bestens studiert hat.

Bereits in dieser Saison wurden einige junge Kräfte, die behutsam aufgebaut werden sollten, wegen der Verletztenmisere ins kalte Wasser geworfen. Der Kroate Marco Babic (23) nutzte die Gunst der Stunde und gehört ebenso wie Daniel Bierofka (24) und Hanno Balitsch (22) zu den Stammspielern. Zu den "jungen Wilden" im Bayer-Dress zählen auch Jan-Ingwer Callsen-Bracker (18), Hüzefeye Dogan und Anel Dzaka (beide 22). Pech hatte Christoph Preuss (22), der nach einem Bandscheibenvorfall seit Monaten ausfällt. Das Glück hatte Sebastian Schoof ("Ich laufe, bis ich kotze") auf seiner Seite, der in drei Bundesliga-Spielen zwei Tore erzielte. Bayer Leverkusen hat bei anderen Clubs noch weitere Talente "geparkt". Dazu gehört der Jung-Stürmer Christoph Daun, den die Rheinländer an Werder Bremen ausgeliehen haben und zur nächsten Saison zurückholen. Auch der US-Nationalspieler Landon Donovan spielt nur auf Abruf bei den San Jose Earthquakes. Dies gilt ebenso für den südkoreanischen Jungstar Du-Ri Cha, dessen Vater Bum-Kun Cha einst in Leverkusen spielte: Er hat einen langjährigen Vertrag mit Bayer abgeschlossen, soll sich seine Sporen zunächst jedoch beim Liga-Konkurrenten Arminia Bielefeld verdienen.

"Außerdem habe wir noch den einen oder anderen interessanten Spieler in der Pipeline, den noch keiner kennt", berichtet Calmund. Allein auf die Jugend will er aber nicht setzen ("Das Risiko ist groß"), sondern das Team 2003/2004 um Routiniers aufbauen. Eckpfeiler seiner Planung sind dabei die Nationalspieler Carsten Ramelow und Jens Nowotny. "Beide werden auch in der zweiten Liga bleiben", so Calmund. Kapitän Nowotny kehrt nach seiner zweiten Kreuzbandoperation allerdings erst in der nächsten Spielzeit zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%