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Leverkusen trotz Pleite in der Champions League

Nach der glanzlosen Rückkehr ins Millionengeschäft ist Klaus Augenthaler der Appetit auf die Champions League vergangen. „Ich weiß gar nicht, ob ich mich darauf freuen soll. Mit dieser Leistung haben wir dort nichts zu suchen“, grantelte der Bayer-Trainer.

dpa LEVERKUSEN. Nach der glanzlosen Rückkehr ins Millionengeschäft ist Klaus Augenthaler der Appetit auf die Champions League vergangen. "Ich weiß gar nicht, ob ich mich darauf freuen soll. Mit dieser Leistung haben wir dort nichts zu suchen", grantelte der Bayer-Trainer.

Trotz der 1:2-Niederlage und einer schwachen Leistung im Rückspiel bei Banik Ostrau kehren die Rheinländer nach einjähriger Abwesenheit in die finanziell lukrative Königsklasse zurück und stehen zum sechsten Mal auf der wichtigsten internationalen Fußballbühne. Dort kommt es erneut zu Duellen mit Real Madrid und Dynamo Kiew, der AS Rom ist erstmals Gegner. "Da haben wir nichts zu verlieren", meinte Augenthaler. Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser: "Das sind drei große Namen. Ich freue mich auf tolle Spiele."

Die Leistung des Teams vor dem Bundesliga-Hit gegen Bayern München stimmte den Leverkusener Coach allerdings bedenklich. "Jetzt müssten wir gegen die Bayern eigentlich ein gutes Spiel machen, weil wir uns in Ostrau geschont haben", sagte Augenthaler, der seinen Club innerhalb von 15 Monaten vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Teilnehmer geführt hat und erstmals als Trainer in diesem Wettbewerb mitmischt. Als Nachfolger der am Ende glücklosen Klaus Toppmöller und Thomas Hörster hat der ehemalige Nationalspieler die Ziele mit seinem Club schneller als erwartet erreicht. "Wir sind mit ihm sehr zufrieden und hoffen, dass es noch lange so weitergeht", sagte Holzhäuser.

Im Jahr eins nach dem Ausscheiden des langjährigen Managers Reiner Calmund befinden sich die Leverkusener zwar wieder im Aufwind und haben ihr sportliches Soll bislang erfüllt. Den Ansprüchen des Trainers genügt das Team jedoch noch nicht. "Da war viel zu viel Überheblichkeit", meinte der Coach. Auch Torhüter Jörg Butt erklärte nach der vermeidbaren Niederlage in Ostrau, die dank des 5:0-Hinspielsieges ohne Folgen bleibt: "Das war ein Grottenkick. Da müssen wir gegen Bayern München ganz anders auftreten."

Gegen die völlig neu formierte Elf der Tschechen bekamen die Gäste nach einer guten halben Stunde Probleme und gerieten folgerichtig durch den Treffer von Michal Papadopoulos (38. Minute) in Rückstand. Nach dem Ausgleich durch Dimitar Berbatow (77.) erzielte Ostrau in der Schlussphase durch den eingewechselten Libur Zurek (83.) den Siegtreffer. "Banik verlässt die Champions League erhobenen Hauptes", titelte die tschechische Tageszeitung "Lidove noviny" am Donnerstag. "Wir haben ohne psychischen Druck agiert, als hätte das Debakel von Leverkusen gar nicht stattgefunden", meinte Banik-Trainer Frantisek Komnacky.

Mit ihrem leidenschaftslosen Auftritt haben sich die Bayer-Profis nicht nur um ihren eigenen Erfolg gebracht, sondern es auch verpasst, für den deutschen Fußball Punkte im internationalen Ranking zu verbuchen. Schon beim letzten Champions-League-Auftritt in der Saison 2002/03 hat die Mannschaft wegen der prekären Situation in der Bundesliga sechs Spiele in der Zwischenrunde mehr oder weniger abgeschenkt. Deshalb war das Team bei der Auslosung in Monaco auch nur im dritten von vier Lostöpfen gelandet. "Da haben wir etwas gutzumachen", meinte Holzhäuser.

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