Leverkusen verkaufte sich gut
Bye, bye Bayer

Bayer Leverkusen ist aus allen Champions-League- Träumen erwacht. Der Vorjahresfinalist verlor am Dienstag bei Inter Mailand mit 2:3 (0:2) und besitzt nach der zweiten Niederlage in der Zwischenrunde der europäischen "Königsklasse" nur noch theoretische Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale.

HB/dpa MAILAND. Der zweifache Torschütze Luigi di Biagio (15., 27.) hatte dem Bundesliga-Zwölften vor 36 342 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion schon früh alle Illusionen geraubt. Nach dem zwischenzeitlichen Anschluss durch Boris Zivkovic (63.) lenkte Bayer-Torhüter Jörg Butt, bedrängt von Hernan Crespo, zehn Minuten vor Schluss eine Eingabe unglücklich ins eigene Tor (80.). Francas Tor in der Schlussminute war nur noch Resultatskosmetik (90.).

Während Leverkusen sich nun auf die Meisterschaft und den DFB-Pokal konzentrieren kann, ist der 13-malige italienische Meister mit zwei Siegen in der Gruppe A erster Anwärter auf einen Platz im Viertelfinale.

Inter Mailand hatte zuletzt in der Saison 1993/1994 ein Europacup- Heimspiel gegen eine deutsche Mannschaft verloren. Ein 2:1 reichte Borussia Dortmund im Uefa-Cup damals nicht zum Weiterkommen. In der Gewissheit eines leichten Sieges wurde auch Inter-Trainer Hector Cuper mutig. Der sonst überaus vorsichtige Argentinier bot beim Dritten der Serie A erstmals in dieser Saison alle drei Stürmer-Stars von Beginn an auf. Neben dem Argentinier Crespo, der in der Champions League schon neun Tore erzielt hat, brachten Italiens Auswahlstürmer Christian Vieri und der Uruguayer Alvaro Recoba die Bayer-Abwehr durcheinander.

Klaus Toppmöller schickte gegen die offensivstarken Mailänder eine Fünfer-Abwehrkette mit dem überraschend aufgebotenen Thomas Kleine auf den Platz, dennoch war dem Bundesliga-Zwölften das Fehlen seiner Defensiv-Stammkräfte deutlich anzumerken. Noch mindestens zwei Monate muss Leverkusen auf Weltmeister Lucio verzichten. Dem Brasilianer war am Montag in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama ein Überbein im linken Fuß entfernt worden, zudem wurde ein Sehnenriss festgestellt.

Trotz der klar verteilten Rollen versteckte sich Leverkusen nicht und war in der ersten Halbzeit sogar mehr im Ballbesitz. Schon kurz nach dem Anpfiff landete ein Kopfball von Dimitar Berbatow am Pfosten, zu mehr zwingenden Chancen kamen die Gäste vor der Pause nicht. Da gepflegtes Kombinationsspiel auf dem einem Acker gleichenden Spielfeld nicht möglich war, nutzte Mailand eine Standard-Situation, um in Führung zu gehen. Zwar hatten die Bayer - Spieler die Inter-Stürmer im Griff, dafür ließen sie Di Biagio aus den Augen.

In der 15. Minute versenkte der Mittelfeldspieler nach einer Ecke von Recoba einen Kopfball am kurzen Pfosten. In der 27. Minute drosch er eine Eingabe vom fleißigen Recoba volley unter die Latte. Jörg Butt im Tor hatte keine Abwehrchance. Das 0:3 vor der Pause verhinderte Crespo, der aus zehn Metern freistehend über das Bayer - Tor köpfte (39.).

Inter tat nicht mehr, als unbedingt nötig und operierte in der zweiten Halbzeit phasenweise aus einer Konterstellung heraus. So gelang Leverkusen der verdiente Anschluss, als Zivkovic nach einer Ecke von Oliver Neuville per Direktabnahme auf 1:2 verkürzte (63.). Die Hoffnung keimte nur kurze Zeit. Inter schaltete nun einen Gang höher und schaffte nach hochkarätigen Chancen von Pasquale (49.), Emre (61.) und Crespo (74.) sogar noch das dritte Tor.

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