Leverkusener Konzern sticht Eli Lilly in den USA aus
Bayer prescht mit Potenzpille vor

Das Potenzmittel Levitra, derzeit wichtigster Hoffnungsträger des Bayer-Konzerns, hat die Zulassung der US-Arzneibehörde FDA erhalten. Der seit dem Desaster um den Cholesterinsenker Lipobay angeschlagene Konzern schöpft nun wieder Hoffnung. Denn Bayer hat damit das Rennen um die Zulassung des ersten Konkurrenzprodukts zu Viagra auf dem größten und lukrativsten Pharmamarkt der Welt gewonnen.

FRANKFURT/M. Das Nachsehen hat das Gemeinschaftsunternehmen von Eli Lilly und Icos mit seinem neu entwickelten Potenzmittel Cialis. Bei der Markteinführung in Europa waren die Bayer-Konkurrenten immerhin einige Wochen früher am Start und sicherten sich durch aggressives Marketing rund ein Drittel des Marktes.

Auch Bayer und der britische Vertriebspartner Glaxo Smithkline werden bei der Vermarktung von Levitra in den USA aus dem Vollen schöpfen. Wie viel die Konzerne ins Marketing stecken werden, ist geheim. Offen bleibt auch die Frage, ob sich der Markenauftritt auf das in den USA weniger ramponierte Image von Glaxo stützen soll. Bayer stand nach der Rücknahme von Lipobay in den USA lange in der öffentlichen Kritik.

Bayer und Glaxo greifen mit der Potenzpille den Weltmarktführer Pfizer an, der seit fünf Jahren den Verkauf von Potenzpillen dominiert. Pfizer setzte mit Viagra in den USA im vorigen Jahr rund 1,7 Mrd. $ um. Nach Einschätzung von Analysten werden die USA auch für Levitra zum wichtigsten Markt: 60 % des Umsatzes könnten dort eingespielt werden.

Bayer will mit Levitra in diesem Jahr weltweit einen Umsatz zwischen 100 und 150 Mill. Euro erzielen. Mittelfristig hat das Mittel ein Umsatzpotenzial von 1 Mrd. Euro. Ein Erfolg der Potenzpille ist fürs Überleben der Pharmasparte von Bayer wichtig. Denn es ist ihre einzige Neuentwicklung mit hohen Umsatzerwartungen für die nächsten Jahre. Bayer braucht die Einnahmen, um die teure Forschung zu finanzieren.

Die Leverkusener müssen sich jedoch gedulden, bis sie mit der neuen Liebespille Geld verdienen. Denn zunächst verschlingt das Marketing für Levitra viel Geld. Ludger Mues, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, geht davon aus, dass Bayers Potenzmittel deswegen in den ersten zwei Jahren keinen Gewinn einfahren wird. Vermeidbar sei dies nicht, zumal noch keine Studien vorliegen, die objektive Vorteile eines der drei Potenzmittel klar herausstellen.

Es ist kaum zu erwarten, dass der Marktstart von Levitra voll auf Kosten von Pfizers Viagra geht. Denn als Bayer und Lilly/Icos begannen, ihre Produkte in Europa und in anderen Teilen der Welt an den Mann zu bringen, hielt Pfizer trotz rückläufiger Marktanteile die Umsätze einigermaßen stabil. Das war möglich, weil die Zahl der Verordnungen mit den Einführungen der Neuentwicklungen rasant anstieg - allein in Deutschland um 50 %. Die beteiligten Firmen vermuten, dass dies die Folge der Enttabuisierung des Themas Impotenz ist und werten dies als gemeinsamen Marketingerfolg.

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