Lewis: "Er hat keine Chance"
WM-Traumkampf: Klitschko gegen Lewis

Vitali Klitschko kann endlich beweisen, dass er ein wahrer Box-Champion ist. Gut drei Monate nach der deprimierenden Entthronung seines Bruders Wladimir als Weltmeister der World Boxing Organization (WBO) erfüllt sich für den Schwergewichtler aus dem Hamburger Universum Boxstall der lang ersehnte Wunsch nach einem WM-Kampf gegen den britischen Titelverteidiger Lennox Lewis. Klitschko wird den Weltmeister des World Boxing Councils (WBC) am 21. Juni im Staples Center von Los Angeles herausfordern.

HB/dpa LOS ANGELES. Nachdem die Faustkämpfer ihr Einverständnis gegeben hatten, um früher als geplant gegeneinander anzutreten, haben auch die Managements beider Profis dem Fight zugestimmt, erklärte Lewis-Promotor Gary Shaw am Montag.

"Das ist mein Traum seit vielen Jahren gewesen. Ich bin sehr, sehr glücklich über die Gelegenheit, gegen Lewis kämpfen zu können. Es wird ein großer Fight", versicherte Klitschko, der vor drei Jahren bereits WBO-Weltmeister war. Diesen Gürtel hatte er am 1. April 2000 nach einer Niederlage durch technischen K.o. in der zehnten Runde wegen einer Schulterverletzung an Chris Byrd (USA) abtreten müssen.

Der in 32 Kämpfen einmal unterlegene WBC- und WBA-Weltranglisten- Erste aus der Ukraine kassiert neben Prämien aus den deutschen TV- Rechten eine Börse von 1,4 Mill. Us-Dollar. Lewis bekommt für das vom US-Pay-TV-Sender HBO ausgestrahlte Duell sieben Mill. Dollar.

Der ursprünglich erst für Ende des Jahres avisierte Kampf wurde möglich durch eine Verletzung Kirk Johnsons, gegen den Lewis (40 Siege/2 Niederlagen/1 Unentschieden) am 21. Juni in Los Angeles boxen sollte. Dem Kanadier war am vorigen Mittwoch im Sparring der linke Brustmuskel gerissen. Der ältere Klitschko-Bruder sollte auf der selben Veranstaltung gegen den in 21 Duellen ungeschlagenen Cedric Boswell (USA) den zweiten Hauptkampf bestreiten. Seit drei Wochen hatte sich "Dr. Eisenfaust" mit Trainer Fritz Sdunek in seiner Wahlheimat Los Angeles auf den Vergleich vorbereitet.

Bei Niederlage sofortiger Rückkampf

"Der Fight wird nicht über die Distanz gehen", ließ der 37 Jahre alte Lewis aus seinem Trainingscamp in Pennsylvania wissen. "Ich werde nicht für Überstunden bezahlt. Klitschko hat mich oft genug aufgefordert zu kämpfen, aber er wird große Probleme bekommen. Er sollte darauf achten, was er sich wünscht. Er hat noch nie gegen einen wie mich geboxt. Er hat keine Chance", glaubt Lewis. Sein Trainer Emanuel Steward ist sich sicher: "Lennox wird Klitschko bis zur fünften Runde ausknocken". Sollte der sechs Jahre ältere Lewis verlieren, würde es laut Vertrag zum sofortigen Rückkampf kommen.

Ohne in Euphorie zu verfallen, habe er die überraschende Nachricht vom plötzlichen Kampfangebot aufgenommen, so Klitschko. "Ich wusste ja, dass der Kampf sowieso kommen würde und war schon lange auf alles gefasst". Daher bereitet es dem 2,02-Meter-Hünen auch keine Probleme, sich psychisch so kurzfristig von dem 11 Zentimeter kleineren Boswell auf den nur noch 6 Zentimeter kleineren Lewis einzustellen. "Entweder bist du psychisch stark oder du bist schwach. Ich bin stark. Ich werde kein Geschenk für ihn sein", stellte der promovierte Sportwissenschaftler klar. Coach Sdunek betonte: "Vitali ist physisch in Top-Verfassung, sonst hätte ich dem Kampf nicht zugestimmt. Ich bin überzeugt, dass er sich seinen Traum vom WM-Titel erfüllen kann."

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