Li Ka-shing übernimmt Anteil an Firma seines Sohnes
Hutchison und PCCW auf Schmusekurs

HONGKONG. Ein kleiner Deal könnte einen neuen Schmusekurs zwischen Hongkongs großen Telekom-Konkurrenten, Hutchison Whampoa und Pacific Century Cyberworks (PCCW), signalisieren. Der Verkauf der Datenübertragungstochter Hutchison Telekommunications Technology an PCCW bindet die beiden Unternehmer enger zusammen - und damit Vater und Sohn.

Der Telekom - und Internetkonzern PCCW von Richard Li zahlt für die Datenübertragungssparte 103 Mill. $ an den Mischkonzern Hutchison Whampoa, der von seinem Vater Li Ka-shing kontrolliert wird. Das Entscheidende an der Transaktion: Hutchison erhält kein Bargeld, sondern Aktien. Vater Li hält fortan 0,8 % am Unternehmen seines Sohnes. Dabei hatte er noch vor drei Wochen allen Spekulationen eine Absage erteilt, seinem Sohn mit dem Kauf von PCCW-Anteilen helfen zu wollen. Beide Unternehmen betonen immer wieder, dass der Deal allein mit ihrer Unternehmensstrategie zusammenhänge und keine versteckte Rettungsaktion für PCCW darstelle.

Analysten interpretieren das Geschäft jedoch anders: Sie sehen darin ein Signal, dass Hutchison PCCW helfen könnte, wenn das nötig sei. Spekulationen über eine Rettungsaktion Li Ka-shings für seinen Sohn stützen die PCCW-Aktie schon seit langem. Als Richard Li und sein Vater vor drei Wochen öffentlichkeitswirksam beim gemeinsamen Lunch gesehen wurden, legte die arg gebeutelte PCCW-Aktie in vier Tagen fast 25 % zu.

Der neue Deal, den ein Analyst ein kalkuliertes "Nachrichten-Management" nennt, wirkt als dringend benötigter Vertrauensbeweis für PWWC. Dass der Vater die Aktien akzeptiert, sehen lokale Kleinanleger als Signal, dass die PCCW-Papiere ihren Tiefststand hinter sich haben. Der Aktienkurs zog am Freitag prompt um 4 % an, nachdem er in den vergangenen sechs Monaten 72 % verloren hatte. Gestern gab PCCW seine Kursgewinne jedoch wieder ab. Einige Analysten kritisierten das Geschäft zwischen Vater und Sohn. Hutchisons Glaubwürdigkeit habe Kratzer bekommen. Die Aktie verlor fast 2 %.

Kaum ein institutioneller Anleger glaubt zudem, dass der Vater Richards größtes Problem lösen wird: PCCW braucht einen strategischen Investor, denn Cable & Wireless will seinen PCCW-Anteil von 15,3 % bald verkaufen.

Streng genommen liegen Hutchison und PCCW im Wettbewerb miteinander, vor allem auf Hongkongs Mobilfunk- und Datenübertragungsmarkt. Analysten sehen in dem neuen Deal deshalb auch ein Friedenssignal. Die Unternehmen hätten offenbar begonnen, ihre strategischen Interessen zu entflechten. Mit dem Verkauf von 60 % seiner Mobilfunktochter an dem australischen Telekomkonzern Telstra zum Beispiel geht Richard Li seinem Vater im Mobilfunkgeschäft aus dem Weg.

Quelle: Handelsblatt
Oliver Müller
Handelsblatt / Korrespondent
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