Liberalisierung des Strommarktes
RWE hält an Garzweiler II fest

Der Essener Stromkonzern weist Meldungen über einen möglichen Verzicht auf den Braunkohle-Tagebau zurück.

ap ESSEN. Deutschlands größter Stromkonzern RWE hält an der Nutzung der Braunkohle und damit an der Erschließung des umstrittenen Tagebauvorhabens Garzweiler II fest. Ein Konzernsprecher wies am Dienstag in Essen einen Bericht der "Berliner Zeitung" zurück, wonach der Konzern erwäge, das Tagebauvorhaben aufzugeben. Dabei handle es sich wohl um einen "Beitrag zur Füllung des Sommerloch", sagte der Sprecher. "RWE setzt auch künftig auf den heimischen Energieträger Braunkohle", sagte der Sprecher. Das Unternehmen stehe in vollem Umfang zu entsprechenden Zusagen, die es der nordrhein-westfälischen Landesregierung gegeben habe. Dies schließe auch den Bau neuer Braunkohlekraftwerke als Ersatz für die veralteten bestehenden Kraftwerke ein.

Die "Berliner Zeitung" hatte unter der Überschrift "Garzweiler II vor dem Aus" in ihrer Dienstagausgabe berichtet, durch den scharfen Wettbewerb nach der Liberalisierung des Strommarktes hätten sich die Rahmenbedingungen so dramatisch verändert, dass die Nutzung von Garzweiler II "wenn überhaupt frühestens in einigen Jahrzehnten Sinn macht". Schließlich leide der Konzern ohnehin unter Überkapazitäten bei der Stromproduktion, die abgebaut werden müssten.

Das RWE bestätigte zwar, die Notwendigkeit Kraftwerke mit einer Kapazität von rund 2 500 Megawatt still zu legen. Doch handele es sich dabei im Wesentlichen um Mittel- und Spitzenlastkraftwerke, nicht um Grundlastkraftwerke, wo die Braunkohle eingesetzt werde.

Der Sprecher betonte, mit dem bereits eingeleiteten Kostensenkungsprogramm bei der Tochter Rheinbraun, das unter anderem einen Personalabbau von rund 30 % vorsehe, werde RWE die Stromerzeugungskosten in den Braunkohlekraftwerken unter vier Pfennig je Kilowattstunde senken und damit den heimischen Energieträger langfristig wettbewerbsfähig machen.



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