Liberty verlangt großzügige Ausstiegsklauseln
Telekom-Kabelnetzverkauf angeblich auf der Kippe

Der Verkauf des größten Teils des Fernsehkabelnetzes der Deutschen Telekom AG an den US- Konzern Liberty Media verzögert sich weiter. Angeblich steht die Übernahme durch den US-Konzern Liberty Media sogar auf der Kippe

dpa-afx/HB HAMBURG. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, habe Liberty am Wochenende erneut eine selbst gesetzte Frist für den Vertragsabschluss verstreichen lassen. Der US-Konzern verlange von der Telekom großzügige Ausstiegsklauseln.

Liberty hatte den Abschluss bis zum Ende der vergangenen Woche angekündigt, nachdem das Handelsblatt am Donnerstag der vergangenen Woche über neue Bedingungen von Liberty-Präsident John Malone an die Telekom berichtet hatte.

Während Liberty bereits letzte Woche eine baldige Vertragsunterzeichung in Aussicht stellte, verlautete aus Telekom-Kreisen, dass Malone mit neuen Forderungen den Kauf verzögere. "Wir haben den Eindruck, dass Malone wegen der Kursverluste der Telekom denkt, er könne die Bedingungen diktieren", hieß es. Die Telekom sei aber keineswegs auf Liberty angewiesen. Die Telekom werde sich vielmehr anderen Interessenten zuwenden, wenn Malone weiter versuche, von den erzielten Einigungen abzurücken.

Nach eigenen Aussagen steht das Finanzmakler-Unternehmen Compere in London bereit, das Fernsehkabelnetz zu kaufen. "Wir kennen die Telekom-Kabel und könnten schnell zu einem Ergebnis kommen", sagte Compere-Partner Tom Crema bereits letzte Woche dem Handelsblatt. Crema hatte ein Angebot für einzelne Kabel-Regionen ausgearbeitet, bevor sich die Telekom im Februar für Liberty entschied.

Liberty Media will von der Telekom den Angaben zufolge sechs der neun regionalen Kabelnetze mit rund zehn Mill. Kunden übernehmen. Als Kaufpreis seien 5,5 Mrd. ? (10,76 Mrd. DM) vereinbart. Die Telekom habe diese Summe zur Schuldentilgung um 15 Mrd. ? im Jahr 2002 eingeplant.

Um sich die Möglichkeit eines Ausstiegs zu sichern, fordert Liberty-Chef Robert Bennett nach Informationen der "Financial Times Deutschland" einen "extrem langen Zeitraum" zwischen Vertragsabschluss und dem Übergang des Eigentums ("Closing"). Erst nach dem "Closing" müsse bezahlt werden.

Bei Unternehmenskäufen sei gewöhnlich ein Zeitraum von bis zu drei Monaten üblich. Auf Wunsch Bennetts werde beim Telekom-Kabelnetz aber über zwei bis drei Mal so lange Zeitspannen verhandelt. Dies würde Liberty genügend Zeit geben, mehrere Übernahme-Angebote beim Kartellamt einzureichen. Lehne das Amt nur einen wichtigen Zukauf ab, solle nach Bennets Vorstellungen die Ausstiegsklausel für Liberty bereits greifen, hieß es weiter.

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