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Lichtblick im Jammertal

Stark gekürzte Unternehmensbudgets für Informationstechnik haben die Softwarebranche ins Jammertal befördert. Aber es gibt auch Lichtblicke - wie die Firma Mindjet aus Larkspur bei San Francisco.
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Entgegen dem Branchentrend konnte die Mindjet-Holding im vergangenen Jahr den Umsatz um 60 Prozent auf acht Millionen Euro steigern. Und auch für 2002 prophezeit Firmenchefin Bettina Jetter Zuwachs. Das Erfolgsrezept der Kalifornier: Sie haben sich auf eine Marktnische konzentriert, die nach wie vor floriert: Planungsprogramme für das Management. Mindjets Flaggschiff ist die Software Mindmanager, die auf dem so genannten Mindmapping-Verfahren basiert. Ideen werden dabei in einer Art Baumstruktur skizziert, bis sich das gesamte Vorhaben auf einen Blick erfassen lässt.

Die Gedankenkette ist von Beginn an im Computer. Sie kann bei Bedarf ins Internet gestellt oder in Textverarbeitungsprogramme wie Word oder die weit verbreitete Planungssoftware Microsoft Project exportiert werden. Vor allem Letzteres hat die Software in vielen großen Unternehmen populär gemacht, so bei Hewlett-Packard, IBM und Whirlpool. Der New Yorker Energieversorger Con Edison nutzte Mindmanager nach der Terrorattacke vom 11. September auf das World Trade Center, um sein teilweise zerstörtes Versorgungsnetz schnell wieder herzustellen.

Das Beratungsunternehmen Gartner wählte Mindjet zu einer der Softwarefirmen mit den interessantesten Zukunftsperspektiven. Gelingt es Mindjet diese auszuschöpfen, würde das Unternehmen mit dem Vorurteil aufräumen, dass deutsche Softwareunternehmen - mit der Ausnahme SAP - in den USA keine Chance haben. Denn Mindjet ist der Ableger eines deutschen Unternehmens. 1993 gründeten der Programmierer Michael Jetter und seine Frau Bettina die Firma in Starnberg.

Der Durchbruch kam Mitte der Neunzigerjahre. 1999 ging das Gründerehepaar auf Anraten eines Spezialisten von Netscape in die USA. Das hat sich ausgezahlt. Zwar trägt die deutsche Tochter von Mindjet immer noch den Löwenanteil zum Umsatz bei, doch die Zuwachsraten in den USA sind bedeutend höher.

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