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Liebe Kampa,

schon länger drängt es mich, Euch zu schreiben, Eure Arbeit zu würdigen. Gegen Euch sind die da drüben von der anderen Feldpostnummer wirklich Stümper und Schnarcher. Hat die Espresso-Maschine vom lieben Gerd wohl genutzt, so ausgeschlafen wir Ihr seit.

schon länger drängt es mich, Euch zu schreiben, Eure Arbeit zu würdigen.

Gegen Euch sind die da drüben von der anderen Feldpostnummer wirklich Stümper und Schnarcher. Hat die Espresso-Maschine vom lieben Gerd wohl genutzt, so ausgeschlafen wir Ihr seit. Immer wenn der CDU ein inhaltliches Wahlkampfthema einfällt, legt Ihr los. Dann wird heftig Nebel geworfen, kurzfristige Sensationen erfunden (und dann auch schnell wieder verworfen) oder irgendeine Sau durchs Dorf getrieben. Bloß kein Sachthema, wie soll denn der Gerd das Euren Leuten erklären. Hartz IV, Flat Tax, Mitbestimmung, Kündigungsschutz, da grausts einen ja, wenn man es nur hört.

In den letzten Tagen aber habt Ihr Euch selbst übertroffen: die Idee mit dem Nobelpreis - genial. Nicht ganz taufrisch, aber genial. Der große Friedensfürst Schröder hats dem Kriegstreiber Bush ordentlich gegeben, und den Waffengang im Irak verhindert (okay, aber fast)! Unser Gerd auf einer Stufe mit dem chinesischen Präsidenten und weiteren hundert Staatsmännern, die auch gegen den Krieg waren. Das nenne ich eine erlesene Auswahl. Und wie habt Ihr die in Oslo dazu bekommen, das genau jetzt rauszulassen?

Und dann lasst Ihr mit Hilfe der Österreicher und Schweizer dem Edi sein Land vollaufen, ja Kruzi Türken noamol! Und der fällt auch noch drauf rein, rennt besinnungslos dahin, damit er ja nicht noch mal zu spät kommt und holt sich prompt die Dresche ab, weil er die Mittel für Hochwasserschutz gekürzt hat. Und der Gerd haut ihn dafür und stellt gleichzeitig Bundeshilfen in Aussicht. Schlimmer könnts den Edi nicht demütigen!

Eine Frage muss ich aber noch loswerden: wie erklärt Ihr Wahlstrategen Euch denn den Umstand, dass alle Trickserei rein gar nichts hilft? Ihr dümpelt bei 30 Prozent rum, seit Wochen. Kann es sein, dass am Ende der Wähler sich doch für Sachthemen interessiert? Dass ihm unser zukünftiges Steuersystem näher steht als der lümmelige Nobelpreis? Dass die Auswüchse der Mitbestimmung seinen Arbeitsplatz vielleicht gefährden? Und dass es deswegen nicht verboten sein darf, eben darüber zu reden?

Was? Ich hab keine Ahnung von Wahlkampf? Okay, ich lass Euch nur machen, wollt mich nicht einmischen!

Schöne Grüße
Euer
Albrecht Prinz Croy

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