Liechtenstein nicht mehr am Pranger der Taskforce FATF
Sechs neue Staaten auf Schwarzer Liste zur Geldwäsche

afp PARIS.Die internationale Taskforce gegen Geldwäsche (FATF) hat sechs neue Staaten auf ihre Schwarze Liste gesetzt: Ägypten, Guatemala, Ungarn, Indonesien, Birma und Nigeria. Liechtenstein, das als einziges europäisches Land auch auf der Liste stand, wurde wegen Fortschritten heruntergenommen, wie die FATF am Freitag in Paris mitteilte. Auch Panama, die Bahamas und die Kaimaninseln stehen nicht mehr auf der Liste der Staaten, die nach Angaben der Financial Action Task Force on Money Laundering im Kampf gegen die Geldwäsche nicht kooperativ sind. Eine deutliche Warnung richteten die Experten an Russland, die Philippinen und die Pazifik-Insel Nauru. Dort müssten entschiedene Maßnahmen gegen die Geldwäsche getroffen werden, andernfalls würden die dortigen Finanztransfers vom 30. September an überwacht.

Mit den sechs neuen Staaten und den vier Abgängen umfasst die Schwarze Liste nun 17 Staaten. Auf der der neuen Liste werden weiterhin auch Libanon und Israel angeprangert, im Pazifik die Cook- und die Marshallinseln und die Insel Niue sowie in der Karibik Dominica, Saint Kitts und Nevis sowie Saint Vincent und die Grenadinen. Im vergangenen Jahr hatte die FATF erstmals eine Liste mit 15 Staaten aufgestellt.

Kunden bleiben oft unbekannt

Bei den Finanzgeschäften in Russland bemängelten die FATF-Experten, dass es keine gesetzliche Regelung über die Identifizierung von Kunden bei zweifelhaften Transaktionen gebe. Ähnlich urteilten sie über die Bedingungen auf den Philippinen. Auch dort sei die Identifizierung verdächtiger Kunden kaum möglich, das Bankgeheimnis werde exzessiv genutzt. Die Pazifik-Insel Nauru mit ihren rund 400 Offshore-Banken wird verdächtigt, der russischen Mafia als Drehscheibe für die Geldwäsche zu dienen. Dort gebe es überhaupt keine diesbezügliche Gesetzgebung, kritisierten die Experten.

Laut Statistiken des Internationalen Währungsfonds (IWF), die von der FATF zitiert werden, wurde 1996 rund um den Globus Geld für 590 Mrd. bis 1,5 Billionen Dollar gewaschen. Der bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris ansässigen FATF gehören 29 Staaten an. Die beiden internationalen Organisationen warnen in ihren Berichten zu Geldwäsche und Steueroasen vor Gefahren für den freien Wettbewerb auf einem globalisierten Markt.

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