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Liechtenstein will trotz Geldwäsche-Vorwürfen Bankgeheimnis beibehalten

ap VADUZ. Trotz der jüngsten Geldwäsche-Vorwürfe hat Liechtenstein Forderungen nach einer Aufhebung des Bankgeheimnisses eine klare Absage erteilt. Ministerpräsident Mario Frick sagte am Donnerstag vor Journalisten, für eine Aufhebung des Bankgeheimnisses sehe er keinen Grund. Auch die Praxis niedriger Steuern werde das Fürstentum beibehalten. Dies sei lediglich eine ökonomische Frage und habe nichts mit Geldwäsche und organisiertem Verbrechen zu tun, betonte er.

Frick räumte jedoch ein, dass sich das Wachstum des Finanzsektors in diesem Jahr verlangsamt habe. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Die Entwicklung steht vermutlich in Zusammenhang mit Befürchtungen von Anlegern, das Fürstentum könne das Bankgeheimnis lockern. Im vergangenen Jahr hatten die Liechtensteiner Banken ihren Gewinn um 19 % gesteigert.

Liechtenstein war zunehmend in die Kritik geraten, nachdem der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) im vergangenen Jahr das Fürstentum als Zentrum der internationalen Geldwäsche bezeichnet hatte. Die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten (G-8) hat das Fürstentum auf eine schwarze Liste gesetzt. Im Zuge von Ermittlungen des österreichischen Sonderstaatsanwaltes Kurt Spitzer wurden acht Personen festgenommen, darunter prominente Liechtensteiner Bürger. Der Abschlussbericht Spitzers wird Ende August erwartet.

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