Lieferengpässe bei Bauteilen sorgen für deutlichen Umsatzrückgang
Modellbahn-Spezialist Märklin leidet unter dem Handy-Boom

Deutschlands führender Modellbahnhersteller, die Märklin-Gruppe, hat entgegen dem Branchentrend im vergangenen Jahr deutlich an Dampf verloren.

hz FRANKFURT/M. Das Familienunternehmen musste im Geschäftsjahr 2000 einen Umsatzrückgang von knapp 10 % auf 288,1 Mill. DM verkraften und konnte das Konzernergebnis nur mit Verrechnung von Rücklagen noch positiv gestalten, wie Geschäftsführer Wolfgang Topp gestern in Frankfurt sagte. Die größte Tochtergesellschaft, die Gebrüder Märklin & Cie. GmbH, habe erstmals seit Jahren einen operativen Verlust verzeichnet.

Topp betonte jedoch, dass dies keine Trendwende sei. Bereits heute lasse sich feststellen, "dass wir wieder auf den gewohnten Wachstums- und Gewinnkurs zurückkehren." Für das laufende Jahr geht die Märklin Holding GmbH, Göppingen, davon aus, den Umsatzeinbruch wieder wettmachen zu können und im operativen Geschäft in die Gewinnzone zurückzukehren.

Grund für die Einbußen im vergangenen Jahr sei neben der Neuordnung der Tochter Trix vor allem der Handy-Boom gewesen. Die daraus resultierenden Lieferfristen für elektronische Bauteile von bis zu 40 Wochen hätten Märklin das Weihnachtsgeschäft verhagelt, weil viele Neuheiten nicht mehr rechtzeitig im Handel waren. Das Geschäft mit Neuheiten mache inzwischen 60 % des Umsatzes aus. Die Engpässe seien inzwischen aber behoben und der Auftragsstau wieder abgebaut, sagte Topp.

Der Modelleisenbahnbauer mit den Marken Märklin und Trix muss allerdings in der Gunst der überwiegend erwachsenden Kundschaft immer stärker mit elektronischen Waren wie Videos und Computerspielen konkurrieren. Während der Markt für elektronische Spielzeuge in Deutschland 2000 um 19 % anstieg, konnten klassische Spielzeuge lediglich noch 1 % zulegen. Zusätzliche Absatzchancen sieht Topp noch auf den Exportmärkten.

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